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Windräder ja - aber nicht im Wald

  • In PANORAMA
  • 22. Juli 2015, 15:14 Uhr
  • Thomas Schneider (en-wid)

Die deutschen zeigen in einer aktuellen Umfrage ein Herz für Wälder. Jedenfalls lehnen es 79 Prozent der von Emnid befragten Bundesbürger ab, dass für den Ausbau der Windenergie Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.


Die deutschen zeigen in einer aktuellen Umfrage ein Herz für Wälder. Jedenfalls lehnen es 79 Prozent der von Emnid befragten Bundesbürger ab, dass für den Ausbau der Windenergie Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden. Lediglich zehn Prozent der Teilnehmer wollen solche Einschnitte zugunsten des grünen Stroms akzeptieren. Und acht Prozent interessieren sich überhaupt nicht für dieses Thema.

"Windkraft um jeden Preis kann nicht das Ergebnis der Energiewende sein", betont Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, dem Auftraggeber der Studie. "Die Menschen in Deutschland wollen nicht, dass der Wald einer eindimensionalen Klimapolitik geopfert wird." Biodiversität und der Erhalt von Waldgebieten seien den Menschen ebenfalls wichtig. Immerhin betonen 65 Prozent der Befragten, dass "im Zweifelsfall der Schutz von Vögeln und anderen Tieren Vorrang vor dem Bau von Windkraftanlagen haben soll".

Das ist natürlich auch ein Anliegen der Wildtier Stiftung: "Die Öffnung des Waldes als Standort für Windenergie-Anlagen führt zur Gefährdung seltener Arten", kritisiert Vahrenholt. In Deutschland fallen Jahr für Jahr bis zu 240.000 Fledermäuse Windkraftanlagen zum Opfer. Sie können zwar den Rotoren auch im Dunkeln ausweichen, aber im Unterdruck auf der Rückseite der Anlagen platzen ihre Lungen. Die meisten heimischen Fledermausarten stehen auf der Roten Liste.

Besonders sensibel reagieren auch Vogelarten, wie der extrem seltene Schreiadler, der Rotmilan und der Schwarzstorch. So halbierte sich beispielsweise der Brutbestand des seltenen Schwarzstorchs am hessischen Vogelsberg nach dem Bau von 125 Windkraftanlagen in einem Zeitraum von nur sechs Jahren. Viele Greifvögel hingegen sterben durch Kollisionen mit den Rotorblättern. "Nur Sachsen-Anhalt hat bisher beschlossen, mit der Windkraft nicht in den Wald zu gehen", sagt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt. "In waldreichen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Brandenburg liegen schon Erlasse vor, die den Bau von Windparks im Wald trotz regionaler Widerstände erlauben", sagt Vahrenholt. (vm/en-wid)

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