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Vom Einarmigen Banditen zum Milliarden Geschäft

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Roulette Bild: Herbert Käfer / pixelio.de

Die Geschichte des Glücksspiels ist eine sehr alte. Schon seit Menschengedenken wird gespielt und gewettet und immer wieder wechselten so Vermögen den Besitzer. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann auch Automaten zum Spielen erfunden, die den einzigen Zweck haben, um Geld zu spielen.

Im Wilden Westen wurden diese Automaten „Einarmige Banditen“ genannt, ein Name der hängen blieb, auch wenn bei den meisten Automaten oder „Slots“ der „Arm“, also der Hebel um die Rollen in Bewegung zu setzen, längst durch einen Knopf ersetzt wurde.

Die Entwicklung hin zu online Casinos, hat auch die Automaten nochmals aufwendiger werden lassen. Wer etwa auf der auf Spielautomaten spezialisierten Seite Spielautomaten.com.de die Spielautomaten anschaut, die dort kostenlos getestet werden können, der wird aufwendige Video-Spiele finden. Aber die Basis der Automaten basiert immer noch auf den einarmigen Banditen und die Spiele sind rein auf Glück ausgelegt – der menschliche Faktor wird ausgeschaltet und nur der Zufall bestimmt das Ergebnis.

Die neueste Entwicklung ist der Weg hin zu mobilen Spielen – die Online Casino Apps und mobilen Casino Websiten sind zu über 90 Prozent mit Spielautomaten befüllt, die damit an jedem iPhone oder sonstigen Smartphone auf einen Knopfdruck zugänglich sind: die Automaten haben seit den Zeiten des Wilden Westens einen weiten Weg zurückgelegt.

Die Geschichte der Spielautomaten

Bereits 1898 erfindet Charles Fey den ersten Spielautomaten. Er verfügt über drei Walzen und setzt auf Früchte als Symbole. Dieser Automat dient als Prototyp für viele weitere Entwicklungen. Feys Erfindung schlägt im San Francisco des endenden 19. Jahrhunderts voll ein. 1909 – als die Stadt die Spielautomaten verbietet – befinden sich 3200 Automaten in San Francisco die immerhin 200.000 Dollar an Steuern jährlich in die Stadtkassen spülten. 1910 betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen in den Vereinigten Staaten 574 Dollar – die Summe war also beträchtlich.

Laut einem Economist-Artikel kassierte ein Mafia-Boss, Frank Costello, in New York mit 25.000 Spielautomaten 25 Millionen Dollar pro Jahr ein: 1930 betrug das durchschnittliche Einkommen in den USA 1388 Dollar.

Kein Wunder, dass eine derartige attraktive Geldmaschine ein Erfolg bei allen Casino Betreiber wurde – heute machen sie weltweit etwa 20 Prozent des gesamten Glücksspielgeschäfts aus.

Die Zahlen sind auch aktuell noch beeindruckend. Alleine in Las Vegas stehen etwa 200.000 Spielautomaten, in den gesamten USA ist es etwa eine Millionen. Auch in Deutschland gibt es sehr viele „Einarmige Banditen“ – etwa 250.000. Im Glücksspielverrückten Australien sind es auch 200.000.

Was macht Automaten so anziehend

Was Spielautomaten so anziehend macht, ist das simple Spiel. Man steckt eine Münze hinein, drückt einen Knopf und hofft auf sein Glück. Viele Slots spucken über 95 Prozent des Einsatzes wieder aus, was dazu führt, dass man oft Gewinne erlebt – das sorgt dafür, dass man laufend Glückshormone ausschüttet – so funktioniert der menschliche Körper einfach. Außerdem kann hier jeder sein Glück versuchen: es gibt keine „affektierten“ französischen Begriffe, man muss keine Wettsysteme lernen, gar nichts. Einfach abschalten und spielen – das reizt die Menschen.

Die 95 Prozent sind natürlich abstrakt zu verstehen – über die Lebenszeit einer Maschine schüttet sie so viel Geld aus, aber kurzfristig kann ein Spieler eine Glückssträhne erleben und weit mehr gewinnen, oder eben auch sehr schnell alles verlieren. Dazu kommen Jackpots, die größere Teil des Einsatzes kummulieren und erst später an einen glücklichen Gewinner ausschütten. Insgesamt ist aber die Mischung aus hohen und niedrigen Gewinnen immer recht ausgewogen: denn an einer Maschine, die fast nie auszahlt, würde kein Mensch spielen!

Dazu kommen viele Mythen: die Geschichten von Automatentricks, wie etwa dem Münzen anwärmen, oder „heiße Slots suchen“ sind unzählig und, zumindest heutzutage, alle Blödsinn: denn die Kontrollen sind streng und Manipulationen von Seiten der Spieler, wie auch der Casinos wurden auffliegen. Das Casino muss auch nicht manipulieren. Denn 95 Prozent Gewinnausschüttung bedeutet, dass man 5 Prozent der Einsätze kassiert – das ist mehr als genug Geld.

Moderne Automaten sind oft miteinander verbunden – über Computer-Server. Das schafft zwei Möglichkeiten: zum Einen kann an Video-Slots auf Knopfdruck das Spiel gewechselt werden, wenn die Spieler das Interesse verlieren und zum anderen erlauben die Server Firmen wie IGT Spielautomaten zu entwickeln die in vielen Casinos parallel Jackpots befüllen, was zu noch höheren Gewinnen führt. Millionensummen können heute mit einem Spin in vielen Casinos gewonnen werden.

Das hat den Casinos auch viel Kritik eingebracht. Denn diese Spielautomaten gelten als besonders suchtgefährdet. So etwa Natasha Dow Schull, Professor am prestigeträchtigen MIT in Boston, der in seinem Buch „Addiction by Design: Machine Gambling in Las Vegas” darauf hinweist, dass 90 Prozent der Personen die an Treffen der anonymen Spielsüchtigen in den USA teilnehmen ausschließlich Automatenspiele spielen. Gerade auch Video Automaten mit hunderten Gewinnlinien gäben den Spielern ein falsches Gefühl des Gewinnens, während sie langsam ihr Geld verlören.

Online Slots

Seit den 90-er Jahren kann man auch in Online Casinos Spielautomaten spielen. Das hat den Trend noch beschleunigt. Moderne Slots sind besonders aufwendig inszeniert und machen das Spiel zu einem richtigen Erlebnis. Auch hier mischt IGT mit, aber auch Microgaming, Net Ent und andere gehören zu den großen Spielautomaten-Entwicklern.

Genaue Zahlen über den Umsatz sind hier nicht bekannt, aber der Markt wächst jährlich im zweistelligen Bereich. Prize Waterhouse Cooper geht in seinem Global Gaming Overview von einem Gambling Volumen von 182 Milliarden Dollar 2015 aus – und schätzt dass etwa ein zusätzliches Drittel online umgesetzt wird. Das wären dann etwa 60 Milliarden von denen mindestens 12 Milliarden Dollar auf die Slots entfallen. Viele Experten glauben aber, dass die 20 Prozent noch sehr vorsichtig geschätzt sind.

Der Anteil des online Spiels stieg übrigens in fünf Jahren von 20 Prozent auf 33 Prozent – auch das ein klarer Trend.

Mobile Automaten

Der Trend wird von einer Entwicklung noch nachhaltig beschleunigt. Die Slots sind flügge geworden und heute kann man an jedem Smartphone unterwegs Spielautomaten spielen. Es wird erwartet, dass bereits 2016 der Anteil an mobilen Einkommen für die Casinos – also von Apps und mobilen Webseiten, auf etwa 60 Milliarden Dollar steigen könnte. Bereits heute soll er bei 44 Milliarden liegen. Das sind aber alles nur Schätzungen, denn die Branche ist hier sehr zugeknöpft. So werden aus Zahlen der börsennotierten Online Casino Betreiber die Gesamtzahlen extrapoliert, was Raum für Ungenauigkeiten beinhaltet.

Das Wachstum ist aber jedenfalls enorm und es geht um sehr viel Geld. Kein Wunder, dass der Kampf um die Kunden erbittert geführt wird und auch viel Lobbying-Arbeit gemacht wird, um legale Hindernisse in Staaten wie den USA oder auch Deutschland zu beseitigen.

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