Motor-Technik

Nissan plant die mobile Zukunft - Das Auto soll menschlich werden

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Mit die größte Herausforderung sieht Nissan in der Übergangszeit, wenn sich autonome Autos die Straße noch mit Millionen konventioneller Fahrzeuge teilen Foto: Nissan

Auf dem Weg zum pilotierten Fahren liegen noch viele Hürden. Eine davon wird das Nebeneinander von autonomen und konventionellen Autos sein. Nissan hat hierfür SAM (Seamless Autonomous Mobility) entwickelt. SAM soll im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung verknüpfen.

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Beim Rundgang über die CES (Consumer Electronic Show) bekommt auch der letzte Zweifler den Eindruck, dass vollvernetzte autonome Fahrzeuge schon bald zum alltäglichen Straßenbild gehören werden. Die Entwicklung nimmt rasant Fahrt auf. Konzeptstudien zeigen futuristische Cockpits unter Glas, Lenkräder ziehen sich zurück ins Armaturenbrett. Sogenannte Hard Keys, also physische Schalter, gehören der Vergangenheit an. Die Bedienung erfolgt per Sprache oder Geste. Zukünftig reicht gar ein Blick auf das Symbol auf dem Display.

Ziel ist es dabei, das Autofahren nicht nur deutlich bequemer zu machen, sondern auch sicherer. ,,Über 90 Prozent aller Unfälle passieren durch menschliches Versagen", sagt auch Nissan-Chef Carlos Ghosn. Autonome Fahrzeuge sollen helfen, diese Zahlen massiv zu senken.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit die größte Herausforderung sieht Nissan in der Übergangszeit, wenn sich autonome Autos die Straße noch mit Millionen konventioneller Fahrzeuge teilen. Dafür hat der japanische Autobauer SAM entwickelt. Das Kürzel steht für Seamless Autonomous Mobility, für nahtlose autonome Mobilität. SAM soll im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung verknüpfen. Durch diese Interaktion von Mensch und Maschine lassen sich laut Nissan vor allem unvorhersehbare Situationen in den Griff bekommen. Der Computer lernt dabei wie ein Fahrschüler. Künstliche Intelligenz gilt in der Branche als eine entscheidende Schlüsseltechnologie für das pilotierte Fahren.

Die höchsten Anforderungen an die Autonomie gibt es in der Stadt, wo nicht nur Autos, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer die Wege kreuzen. ,,Menschen zeigen soziales Verhalten, lösen eine Verkehrssituation bisweilen durch Blickkontakt oder Gesten, autonome Fahrzeuge müssen dies auch tun", sagt Melissa Cefkin, bei Nissan zuständig für die Schnittstelle Auto-Mensch. Auch länderspezifische Unterschiede und kulturell verankerte Verhaltensweisen müssen dem autonomen Auto beigebracht werden. ,,Denken sie nur an einen Zebrastreifen in Asien, wo Fußgängern selten Vorrecht eingeräumt wird", so Cefkin.

Carlos Ghosn sieht für autonome Autos nicht nur eine große Zukunft, was Sicherheit und Komfort betrifft, sondern glaubt auch, dass sie den Fahrspaß steigern. Selbst für eingefleischte Selbstfahrer. ,,Autofahrer können, beispielsweise im Stop&Go-Verkehr, in einem pilotierten Fahrzeug ihre Zeit weitaus besser nutzen, als stupide hinter dem Lenkrad zu sitzen und auf die Straße zu starren. Heute muss ich auch im Stau die Hände am Lenkrad haben, künftig kann ich wählen", so Ghosn,

2030 werden seiner Meinung nach 15 Prozent aller Neuwagen vollautonom unterwegs sein. Nissan will die Entwicklung dorthin in vier Phasen bewältigen. Schon dieses Jahr wird der Qashqai als erstes Modell in Europa den ProPilot erhalten. Das System ermöglicht die selbstständige einspurige Verkehrsführung auf der Autobahn. Erfahrung hat Nissan damit in Japan gesammelt. Dort steht ProPilto für den Familien-Van Serena in der Preisliste. ,,Die Bestellrate liegt bei 60 Prozent", sagt Ghosn.

2018 soll das ProPilot-System auch mehrspurig unterwegs sein können (selbstständige Überholvorgänge), so wie heute bereits in der Mercedes E-Klasse und im Fünfer-BMW. Für 2020 glaubt Nissan, zehn Modelle seiner Palette soweit zu haben, dass sie teilautonom auch in der Stadt fahren können. Wenige Jahre später will man sogar fahrerlose Autos auf der Straße haben. ,,Bei dem genannten Zeitrahmen handelt es sich um Autos für den Massenmarkt und nicht um wenige Prototypen oder Versuchsfahrzeuge", sagt der Nissan-Chef, ,,wir arbeiten von Anfang daran, die richtigen Technologien für unsere gesamte Fahrzeugpalette einsetzbar und für die Mehrzahl unserer Kunden erschwinglich zu machen."

Deutlich ausbauen will man auch das Angebot an batterieelektrischen Fahrzeugen. Nissan ist hier mit dem Leaf hier bereits Branchenführer. Seit der Einführung 2010 wurden weltweit über 250.000 Exemplare verkauft, so viel wie von keinem anderen Elektroauto. Ende 2017, vermutlich auf der Los Angeles Auto Show, soll die neue Generation des Leaf vorgestellt werden. Markteinführung ist dann 2018. Leaf Nummer zwei erhält ebenfalls das ProPilot-System und wird dann das erste Elektroauto seiner Klasse sein, das teilautonom auf der Autobahn unterwegs sein kann.

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