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Deutsche Bank kündigt Kapitalerhöhung zwecks Milliarden-Erlös an

  • In FINANZEN
  • 5. März 2017, 17:51 Uhr
  • AFP
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Deutsche Bank beschließt Kapitalerhöhung Bild: AFP

Die Deutsche Bank plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von acht Milliarden Euro. Ferner teilte die Bank mit, dass die Postbank nicht wie ursprünglich geplant verkauft wird. 2016 hatte die Bank ein Minus in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro gemacht.

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung angekündigt. Wie das Bankhaus am Sonntag in Frankfurt am Main mitteilte, sollen durch die Ausgabe von bis zu 687,5 Millionen neuen Aktien rund acht Milliarden Euro erlöst werden. 

Ferner teilte die Bank mit, dass die Postbank nicht wie ursprünglich geplant verkauft werde. Vielmehr solle diese nun in das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank integriert werden; ein Minderheitsanteil an der Vermögensverwaltung solle an die Börse gebracht werden.

Die Emission der neuen Aktien sei "in vollem Umfang" von den Bankhäusern Credit Suisse, Goldman Sachs, BNP Paribas, Commerzbank, Barclays, HSBC, Morgan Stanley und UniCredit garantiert. Die Zeichnungsfrist solle am 21. März beginnen und am 6. April enden, hieß es weiter.

Die Kapitalerhöhung ist Teil eines umfassenden Konzeptes zur Umstrukturierung des Geldhauses. Ziel sei es, "die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken", hieß es in der Erklärung zur Neuausrichtung. 

Der Vorstand habe das Konzept am Sonntag beschlossen, der Aufsichtsrat zugestimmt. "Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können", erklärte der Vorstandsvorsitzende John Cryan.

Das Geschäftsjahr 2016 hatte die Deutsche Bank mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. 2015 war ein Fehlbetrag von 6,8 Milliarden Euro aufgelaufen - das größte Minus in der Geschichte der Deutschen Bank.

Durch weltweit laufende juristische Verfahren ist die Deutsche Bank gezwungen, Milliardenzahlungen zu leisten. So einigte sie sich Ende 2016 mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung und Entschädigungen von insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro). 

Hintergrund war ein Rechtsstreit um faule Hypothekenpapiere. Der Deutschen Bank wie anderen Großbanken war vorgeworfen worden, Investoren jahrelang über die Risiken von hypothekenbesicherten Wertpapieren getäuscht zu haben. Die Käufer dieser komplexen Anlageprodukte erlitten Milliardenverluste, als der US-Immobilienmarkt kollabierte.

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