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EU-Parlament fordert Aktionsplan gegen Verschwendung von Lebensmitteln

  • In UMWELT
  • 16. Mai 2017, 15:36 Uhr
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Lebensmittel in einer Mülltonne Bild: AFP

Das Europaparlament hat ein 'koordiniertes politisches Vorgehen' der EU und ihrer Mitgliedstaaten gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gefordert. Laut EU-Parlament landen rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich in der EU auf dem Müll.

Das Europaparlament hat ein "koordiniertes politisches Vorgehen" der EU und ihrer Mitgliedstaaten gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gefordert. Rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel landeten in der EU jährlich auf dem Müll, stellte das Straßburger Parlament am Dienstag in einer Entschließung fest. Dies sei wirtschaftlich und ökologisch unverantwortlich, weil für die Erzeugung von Nahrungsmitteln viel Energie und Wasser notwendig seien. Zudem sei es angesichts von Millionen unterernährter Menschen eine moralische Pflicht, die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern.

Das Europaparlament fordert einen Aktionsplan, mit dem die Menge der weggeworfenen Nahrungsmittel bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent gegenüber 2014 reduziert werden soll. Bis 2030 soll die Müllmenge halbiert werden. Dazu müsse die EU-Kommission geeignete Maßnahmen entlang der gesamten Versorgungskette prüfen - von der Erzeugung über den Transport, die Vermarktung bis hin zum Verbraucher. 

Die Europaabgeordneten regen unter anderem an, die lokale Produktion und kurze Vertriebswerte zu fördern, die Vorschriften für Haltbarkeitsangaben auf Packungen zu überarbeiten oder "intelligente Verpackungsmaterialien" zu entwickeln, welche die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln verlängern können. 

Außerdem fordert das Europaparlament, bestehende Hürden für Lebensmittelspenden abzuschaffen oder zumindest zu verringern. Derzeit müssten Spender von Lebensmitteln alle einschlägigen EU-Vorschriften hinsichtlich Verantwortung, Haftung, Rückverfolgbarkeit und Nahrungsmittelsicherheit einhalten. Aufgrund dieser Hindernisse zögen es viele Handelsketten und Supermärkte vor, noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel wegzuwerfen, anstatt sie zu spenden. 

Außerdem seien Lebensmittelspenden nach EU-Recht mehrwertsteuerpflichtig, kritisierte das Parlament. Auch aus diesem Grunde sei es oft kostspieliger, Lebensmittel zu verschenken, als sie anders zu entsorgen. 

Jeden Tag gingen weltweit rund 800 Millionen Menschen hungrig schlafen, sagte der für Lebensmittelsicherheit zuständige Kommissar, Vytenis Povilas Andriukaitis. Angesichts dieser Situation sei es "eine Schande, Lebensmittel wegzuwerfen". Daher habe die Kommission im vergangenen Jahr ein Forum geschaffen, wo Experten über Maßnahmen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln diskutieren. 

Die SPD-Abgeordnete Susanne Melior forderte eine bessere Aufklärung der Verbraucher und klarere Regeln bei der Kennzeichnung. Die Verbraucher müssten wissen, wie lange ein Käse wirklich haltbar sei. In Europa werde mehr als die Hälfte des Lebensmittelmülls von den Haushalten verursacht. Im Durchschnitt werfe jeder EU-Bürger jährlich 173 Kilogramm Nahrungsmittel weg. 

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