Fahrbericht

Suzuki Swift Sport: Suzukis sportlicher Sauger

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mid Groß-Gerau - Suzuki Swift Sport: Zum Ende des Lebenszyklus zeigt der flotte Kleinwagen, dass er nicht zum alten Eisen gehört - auch wenn Suzuki einen Saugmotor einbaut. Suzuki

Kompakt, kurzer Radstand, straffes Fahrwerk: Der Suzuki Swift Sport bietet, was Freunde sportlicher Kleinwagen gern haben. Dennoch ist er ein fahrbarer Anachronismus. Das liegt vor allem an seinen inneren Werten.

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Kompakt, kurzer Radstand, straffes Fahrwerk: Der Suzuki Swift Sport bietet, was Freunde sportlicher Kleinwagen gern haben. Dennoch ist er ein fahrbarer Anachronismus. Das liegt vor allem an seinen inneren Werten.

Wer sich ein sportliches Auto mit Kleinwagen-Maßen zulegt, sollte ein Freund von Turbomotoren sein. Ob drei oder vier Zylinder, ein Liter bis 1,6 Liter Hubraum, hier variieren die Werte. Der Turbo ist dagegen Pflicht, um entsprechend Leistung zu generieren - so jedenfalls die gängige Meinung und auch das bevorzugte Konzept der Hersteller. Nur ein Beispiel: Der nächste Ford Fiesta RS fährt 2018 mit 147 kW/200 PS vor, die ein 1,5-Liter-Dreizyliner-Turbo liefert.

Anders der Suzuki Swift Sport. Hier verrichtet ein 1,6 Liter großer Saugmotor seine Arbeit unter der Haube, der 100 kW/136 PS bereitstellt. Nicht übermäßig viel für das Spitzenmodell der Baureihe - andere Hersteller sind in diesem Segment mit den besagten 200 Turbo-PS dabei. Selbst kleinere Sportler wie der Opel Adam S oder der Werks-getunte Fiat 500, der Abarth 595, fahren mit 150 beziehungsweise 145 PS vor. Dennoch ist die Leistung des Swift Sport ausreichend, um auf der Straße seinen Spaß zu haben. Dafür gibt es eine Voraussetzung: Der Stoff, den der Suzuki braucht, um in die Gänge zu kommen, heißt Drehzahl. Bewegt sich der Zeiger nicht zwischen 5.000 und 6.000 Touren, ist der kleine Japaner eher träge, die volle Leistung erreicht er sogar erst bei 6.900 Umdrehungen je Minute. Dann allerdings zeigt der Swift Sport, dass er seinem Namen gerecht wird, wenn man ihn kitzelt. Der Spritverbrauch hält sich dabei in Grenzen. 6,5 Liter hat sich der Testwagen im Schnitt genehmigt, trotz flotteren Autobahnpassagen - das ist fast identisch mit der Herstellerangabe und okay.

Ebenfalls nur okay ist die Materialanmutung im Innenraum des Swift Sport. Was auf den ersten Blick sportliches Ambiente vermittelt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als durchschnittlich wertig. Die bequemen und guten Seitenhalt bietenden Sportsitze mit den roten Ziernähten sind die Ausnahme. Das Armaturenbrett dagegen und die Türverkleidungen sind in eher schlichtem und nicht besonders attraktivem Kunststoff gehalten, was den Innenraum insgesamt abwertet.

Im Gegensatz dazu ist das Auto serienmäßig mit Sicherheits-Features ausgerüstet, die in der Klasse keine Selbstverständlichkeit sind, etwa einem Knie-Airbag. Überhaupt ist die Serienausstattung sehr umfangreich, sie reicht von der Klimaautomatik über die Sitzheizung bis hin zur Freisprechanlage - alles kein Standard in der Kleinwagen-Klasse. Auch Bi-Xenon-Licht, 17-Zoll-Alufelgen und einen Dachkantenspoiler gibt's ohne Aufpreis. Kompliment.

Das Design des Swift spaltet die Gemüter. Während die einen kritisieren, dass er zu gedrungen wirke, mögen andere die klare Linienführung ohne größere Kanten. Die Geschmäcker sind eben unterschiedlich. Eine flachere Silhouette könnte dem Kleinwagen sicher nicht schaden, um sich seines an einen Minivan erinnernden Äußeren zu entledigen. Diese Form hat allerdings den Vorteil, dass auf kleinem Raum ordentlich Platz zur Verfügung steht, sowohl auf der Rückbank in Sachen Kopffreiheit als auch im Kofferraum. Der schluckt 211 bis 892 Liter, mehr als ausreichend für den Wochenendausflug. Außerdem ist das auffällige Design das Markenzeichen des Swift, und dessen Grundprinzip wird auch beim bereits erhältlichen Nachfolger erhalten bleiben, dessen Markstart der 13. Mai war.

Richtig gut gelungen ist den Japanern das Fahrwerk des Swift Sport, das sportlich-straff, aber nicht zu hart abgestimmt ist. Nur lästige Querrillen quittiert das Auto mit einem leichten Ruck. Und in engen, schnell gefahrenen Kurven schiebt er etwas über die Vorderräder. Das ist allerdings gut beherrschbar und im Alltagsgebrauch kein Problem. Eine etwas direktere Lenkung wäre wünschenswert, aber insgesamt ist das Paket ausgewogen. Kurze Schaltwege und eine direkte Schaltung fallen positiv auf. Ein Plus für alle, die es sportlich mögen: Der Sound, den der Suzuki aus den beiden Auspuff-Endrohren in seine Umgebung entlässt. Der ist kernig und ein echter Hinhörer. Gut sind auch die Fahrleistungen: Tempo 195 schafft der kleine Japaner, 8,7 Sekunden dauert der Spurt auf 100 km/h.

Kommen wir zum Hauptargument, warum der Swift Sport eine interessante Alternative ist: Der Preis. Denn der ist mit 18.990 Euro mehr als fair für ein sportliches Auto. Dafür kann man über kleinere Schwächen hinwegsehen.

Technische Daten Suzuki Swift 1.6 Sport 3-Türer:

Dreitüriger, viersitziger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 3,89/1,70/1,51/2,43, Leergewicht: 1.115 kg, Zuladung: 365 kg, Gepäckraum: 211 bis 892 Liter, Tankinhalt: 42 Liter. Preis: 18.990 Euro.
Motor: Vierzylinder-Benziner, Hubraum: 1.586 ccm, Leistung: 100 kW/136 PS bei 6.900/min, Max. Drehmoment: 160 Nm bei 4.400/min, Kraftübertragung auf die Vorderräder mit Sechsgang-Schaltgetriebe, Null bis 100 km/h: 8,7 s, Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h, Normverbrauch kombiniert: 6,4 l/100 km Superbenzin, CO2-Ausstoß: 147 g/km.

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