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Journalist in Mexiko von Bewaffneten verschleppt

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Chiles Journalisten demonstrieren gegen Gewalt in Mexiko Bild: AFP

Wenige Tage nach der Ermordung des mexikanischen Journalisten Javier Valdez haben bewaffnete Männer einen anderen mexikanischen Journalisten verschleppt. Salvador Adame, der einen Fernsehsender besitzt, wurde nach Angaben seiner Familie entführt.

In Mexiko ist erneut ein Journalist Opfer von Gewalt geworden: Bewaffnete Männer verschleppten den Inhaber eines Fernsehsenders, wie Angehörige am Freitag mitteilten. Am Montag war der mexikanische Journalist Javier Valdez getötet worden, der unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP und für einheimische Zeitungen arbeitete. Chile rief die mexikanische Regierung auf, Reporter besser zu schützen.

Bei dem Verschleppten handelt es sich um Salvador Adame, den Inhaber eines Lokalsenders in der westmexikanischen Stadt Nueva Italia. Nach Angaben seiner Familie wurde er am Donnerstag von bewaffneten und vermummten Männern entführt. Drohungen hatte es nicht gegeben. Nueva Italia liegt im Bundesstaat Michoacán, der besonders schwer von dem blutigen Drogenkrieg in Mexiko betroffen ist. 

Im weiter nördlich gelegenen Bundesstaat Sinaloa war am Montag der 50-jährige Journalist Valdez auf offener Straße erschossen worden. Valdez war für seine mutige Berichterstattung über den Drogenkrieg bekannt, für die er auch ausgezeichnet wurde. Er schrieb unter anderem für die mexikanische Zeitung "La Jornada" und die von ihm mitbegründete Zeitschrift "Ríodoce".

Das chilenische Außenministerium rief Mexiko auf, mehr für die Sicherheit der Berichterstatter zu tun. In der Hauptstadt Santiago de Chile gingen Journalisten auf die Straße, um gegen die Gewalt gegen ihre Kollegen zu protestieren.

Laut Reporter ohne Grenzen ist Mexiko das Land mit der dritthöchsten Mordrate an Journalisten weltweit - nach Syrien und Afghanistan. Demnach sind in Mexiko seit dem Jahr 2000 mehr als hundert Journalisten ermordet worden. Valdez war bereits der sechste Tote in diesem Jahr. Die meisten dieser Morde bleiben straffrei. 

Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto hat einen besseren Schutz für Journalisten zugesagt. Das Thema beschäftigte am Freitag auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) bei seinem Mexiko-Besuch. "Wir wollen auch zusammenarbeiten im Kampf gegen organisierte Kriminalität und für den Schutz von Journalisten", erklärte Gabriel im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Minister traf in Mexiko-Stadt unter anderem mit Peña Nieto und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammen.

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