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Hyundai Kona: Neues Kompakt-SUV im Mainstream

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mid - Seoul/Mailand - Mit dem neuen Hyundai Kona erweitert der koreanische Autobauer sein Angebot nach unten. Hyundai

Nahezu zeitgleich fallen die Hüllen von der jüngsten Korea-Kreation Hyundais in Asien und Europa. Die Koreaner lüften die Schleier in Seoul und in Mailand, auf den Markt kommt das 4,17 Meter lange Kompakt-SUV bei uns im Herbst zu Preisen ab 17.000 Euro.


Hyundai geht nicht vom Gas. Nahezu zeitgleich fallen die Hüllen von der jüngsten Korea-Kreation in Asien und Europa. Ein "Lifestyle-SUV", soll es sein, so heißt es. Die Koreaner lüften die Schleier in Seoul und in Mailand, auf den Markt kommt der 4,17 Meter lange Kompaktwagen bei uns im Herbst zu Preisen ab 17.000 Euro.

Das sogenannte B-Segment der kompakten SUV wächst zurzeit am kräftigsten. Und da Hyundai immer nur da hyperaktiv wurde, wo der Markt Verkaufserfolge verspricht, passt der Neue genau in diese Klasse, begründet so die neben Tuscon, Santa Fe und Grand Sante Fe die vierte SUV-Baureihe der Marke. Das Konzept orientiert sich am Geschmack des Mainstream-Kunden. Eine massive Frontpartie mit aggressivem Kühlergrill, LED-Scheinwerfern und wuchtigen Kotflügeln weckt Vertrauen ins Produkt. Die Seitenlinie ist von auffälligen Beplankungen und Schutzleisten an den Radhäusern geprägt, das Heck mit zweigeteilten Rückleuchten und horizontaler Ausrichtung passt perfekt zu den Anforderungen des Volumensegments. Die Zweifarblackierung hat auch bei anderen Automobilen schon für Esprit gesorgt, uncharmant kommt der Kona nicht daher.

Auch der Innenraum gibt keinen Anlass zur Kritik. Hyundai prahlt mit Ausstattungselementen wie Head-Up-Display, das in dieser Form mit Plexiglasscheibe über den Instrumenten als Billig-Lösung auch bei Peugeot zu finden ist. Lenkradheizung und ausgeprägte Konnektivität werden angeführt, die einst nur höheren Klassen vorbehalten waren, aber heute bei vielen Herstellern zumindest als Option selbstverständlich sind. Luxus wird demokratisiert, verliert allerdings seine Exklusivität, wenn er in großen Stückzahlen auf die Straßen kommt. Immerhin 15.000 Einheiten will die Marke in Jahresfrist an die Kunden ausliefern.

Die Materialwahl ist einwandfrei, alles passt zusammen und auch die Bedienungsfreundlichkeit ist gegeben. Das Raumangebot für die Passagiere ist ordentlich, der Kofferraum verspricht ebenfalls ein anständiges Volumen. 361 Liter packt er mindestens, wer die Rückbanklehnen umklappt, vergrößert ihn auf 1.143 Liter. Das Ladevermögen teilt sich allerdings auf zwei Ebenen auf. Der Zwischenboden, der für eine ebene Ladekante sorgt, separiert einen nicht unwesentlichen Teil des Transportabteils vom Tagesgeschehen und bietet weiteren Stauraum im Tiefparterre an.

Im Antriebsstrang sind zunächst einzig Turbo-Benzinmotoren installiert. Das bekannte Einliter-Dreizylinderaggregat, das unter anderem im i30 werkelt, leistet 88 kW/120 PS, ist mit einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert und treibt ausschließlich die Vorderräder an. 172 Newtonmeter Drehmoment liefert es von 1.500 bis 4.000/min, 12 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h, 181 km/h Spitze sind möglich. Der Normverbrauch liegt bei 5,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer, was einem CO2-Austoß von 119 g/km entspricht.

Deutlich kräftiger gibt sich der Vierzylinderbenziner, der aus 1,6 Liter Hubraum 130 kW/177 PS generiert und 265 Nm Drehmoment von 1.500 bis 4.500/min stemmt. Er ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h und lässt den Kona in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Der Verbrauch liegt nach Norm jedoch gleich bei 7,3 Liter in Verbindung mit dem obligatorischen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb, die CO2-Emissionen klettern auf 169 g/km.

Im Frühjahr 2018 will Hyundai Dieselmotoren für den Kona nachliefern, sie sollen die saubersten ihrer Art sein und das koreanische Strebertum lässt dies erfreulicherweise glaubhaft erscheinen. Im Herbst des gleichen Jahres soll dann auch noch eine elektrische Version des Kompakt-SUV erscheinen, die vermutlich den Antriebsstrang des Ioniq nutzen wird und so eine halbwegs alltagstaugliche Reichweite anbieten kann.

Gebaut wird der Kona nicht in der europäischen Produktionsstätte in der Slowakei, sondern in Korea, wo die Lohnkosten in etwa den unseren entsprechen. Das macht die Preisgestaltung des Novizen zur sportlichen Aufgabe. Aber Hyundai ist bereit in die ehrgeizigen Ziele zu investieren. Bis 2021 wollen die Koreaner stärkste Marke asiatischer Provenienz in Europa werden.

Michael Kirchberger / mid

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