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Verbraucherschützer fordern im Abgasskandal weitergehende Zusagen für VW-Kunden

  • In UMWELT
  • 15. Juni 2017, 14:23 Uhr
  • AFP
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"VW spielt auf Zeit" Bild: AFP

Im VW-Abgasskandal verlangen Verbraucherschützer weitreichendere Zusagen des Autokonzerns für betroffene Kunden. Die De-facto-Garantie auf von der Reparatur betroffene Bauteile sei nicht genug, kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Im VW-Abgasskandal verlangen Verbraucherschützer weiter reichende Zusagen des Autokonzerns für betroffene Kunden. Die De-facto-Garantie auf von der Reparatur betroffene Bauteile sei nicht genug, kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Wir fordern weiterhin, die Verjährungsfrist eventueller Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche auszusetzen, bis ein Urteil des Bundesgerichtshofs vorliegt", erklärte vzbv-Chef Klaus Müller.

Die EU-Kommission und VW hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass die 8,5 Millionen vom Dieselskandal betroffenen Kunden in Europa als "vertrauensbildende Maßnahme" die De-facto-Garantie auf bestimmte Bauteile bekommen. Sie gilt etwa für Temperaturfühler, Einspritzdüse oder Einspritzleitung - insgesamt elf Bauteile des Abgasrückführungssystems, des Kraftstoffeinspritzsystems und des Abgasnachbehandlungssystems. Sie beginnt an dem Tag, an dem der Diesel in der Werkstatt eine Software-Aktualisierung erhielt oder noch erhält. 

VW will bis Herbst dieses Jahres alle vom Dieselskandal betroffenen Modelle mit einem Software-Update umrüsten. In Deutschland ist dies verpflichtend für den Konzern - in anderen Ländern wie etwa Frankreich dagegen freiwillig. Zudem können betroffene Kunden bis Ende 2017 ihren individuellen Gewährleistungsanspruch geltend machen, egal, wie lange er ursprünglich lief.

In den USA dagegen zahlt VW betroffenen Kunden teils hohe Entschädigungen. In der EU gibt es aber nicht die rechtliche Befugnis, dies ebenfalls anzuordnen. 

EU-Justizkommissarin Vera Jourova betonte daher am Mittwoch erneut, die Union brauche "stärkere Instrumente, um schnell und effektiv auf die unfaire Behandlung von Verbrauchern reagieren zu können". Auch müsse es effektivere Strafen für Unternehmen geben, die Verbraucherrechte missachten. "Wir müssen auch über bessere Möglichkeiten für Sammelklagen in der EU sprechen."

Volkswagen hatte im September 2015 Abgas-Manipulationen bei weltweit elf Millionen Dieselautos zugeben müssen. Eine illegale Software drückte den Schadstoffausstoß bei Emissionstests nach unten. 

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