Fahrbericht

Neuer VW Polo: Multimillionär auf Wachstumskurs

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mid Berlin - Sachlich aber nicht uncharmant: Der neue Polo tritt im September 2017 als sechste Generation an. Michael Kirchberger / mid

Der neue Polo ist gewachsen und erreicht fast die Maße des vorigen Golfs. Mit 4,05 Meter Länge verlässt er beinahe die Klasse der Kleinwagen, was den Kunden nicht stören dürfte. Denn mit einem Einstiegspreis von 12.975 Euro und guter Ausstattung zeigt er sich ab September 2ß17 als attraktives Angebot.


Der neue Polo ist gewachsen und erreicht fast die Maße des vorigen Golfs. Mit 4,05 Meter Länge verlässt er beinahe die Klasse der Kleinwagen, was den Kunden nicht stören dürfte. Denn mit einem Einstiegspreis von 12.975 Euro und guter Ausstattung zeigt er sich ab September 2017 als attraktives Angebot.

Acht Zentimeter länger als sein Vorgänger ist der Polo geworden, der Radstand hat um fast einen Zentimeter zugelegt, und die Breite hat um sieben Zentimeter gewonnen. Der Kopfraum innen ist vorne um fünf und im Fond um zwei Zentimeter gewachsen. Mit diesen Maßen stellt der Kleinwagen die Abmessungen des ersten Golfs deutlich in den Schatten. Das Ladevolumen hat sogar um 71 Liter zugenommen, statt 280 Liter passen nun 351 Liter in den Kofferraum. Die Passagiere sitzen auf allen Plätzen komfortabel untergebracht, vor allem im Fond lässt es sich nun gut aushalten.

Die Optik ist robust, die Formen sind wie aus einem Guss, Chefdesigner Klaus Bischoff folgt auch beim Polo der typisch klaren Linienführung der Marke. Die Frontpartie betont die Horizontale, die Seitenschweller vermitteln Solidität und Dynamik. Das Heck zieren LED-Rückleuchten, sonst ist es eher sachlich ausgefallen. Aber genau so muss ein Volkswagen heute eben aussehen. Das erste Konzern-Produkt, das die neue, raumgewinnende MQB-Plattform nutzen darf, ist der neue Polo allerdings nicht. Auf der rollte kürzlich schon das spanische Pendant, der Seat Ibiza, an den Start.

Einen weiten Sprung legt das Design im Innenraum hin. Cockpit und Mitteldisplay sind im Stil von Smartphones verglast, funktional und selbsterklärend ist der Bedienungskomfort. Die Instrumente nutzen ein weitgehend frei programmierbares TFT-Display, wahlweise können sie verkleinert werden und machen Platz für eine großformatige Navigationsdarstellung. Das ist ein Novum in der Klassengemeinschaft und war bislang nur in Fahrzeugen von Audi oder im neuen Arteon zu sehen.

Dass der Polo hoch hinaus will, zeigt die umfangreiche Ausstattung. Die Front-Assist-Funktion ist ebenso wie die Fußgänger-Notbremse Serienstandard, das Spurhaltesystem und die Überwachung des Toten Winkels sowie der adaptive Abstandstempomat gehören bei den höherwertigen Ausstattungsstufen zum teilweise optionalen Angebot. Automatisches Ein- und Ausparken beherrscht Volkswagens Jüngster außerdem, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem wird zusätzlich angeboten, dann dient ein Startknopf zum Anlassen oder Abstellen des Motors. Mit der Konnektivität steht es ebenfalls zum Besten. Der Polo kommuniziert mit dem gerade angelaufenen Projekt Wepark und empfängt auf Basis seiner GMS-Daten die Hinweise auf freie Parkzonen und die zu erwartenden Gebühren. Auf Wunsch wird eine Ladeschale eingebaut, mit der sich das Smartphone kabellos auffrischen lässt. Die Integration des Telefons ins Infotainmentsystem gelingt mit den gängigen Apps.

Sechs Benziner, zwei Diesel mit SCR-Katalysator und getreu der Vorgabe, dass Volkswagen stärker auf Erdgasmotoren setzt, ein Einliter-TGI-Dreizylinder mit 66 kW/90 PS, bilden das Antriebsangebot. Das Leistungsspektrum reicht zunächst von 48 kW/65 PS bis 110 kW/150 PS, die Diesel bringen es auf 59, 80 und 95 PS. Sie sind mit fünf- oder sechsgängigen Schaltgetrieben kombiniert, für die Motoren mit mindestens 70 kW steht außerdem das automatische Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen gegen Aufpreis zur Wahl. 1.800 Euro wird VW vermutlich dafür verlangen.

Neben den drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline wollen die Wolfsburger mit der Sonderversion Polo Beats auf die Ohren geben, die sich unter anderem durch ein 300-Watt-Soundsystem auszeichnet. Und auch sportlich Interessierte werden bedient. Das Spitzenmodell kommt als Polo GTI daher, dessen Zweiliter-Turbobenziner 147 kW/200 PS generiert.

Individualisieren lässt sich der neue Polo durch ein breites Spektrum von insgesamt 14 Außenlackierungen und einer Vielzahl unterschiedlicher Leichtmetallräder in den Größen 14 bis 18 Zoll. Obendrein gibt es elf verschiedene Sitzbezüge und eine ganze Reihe von Schalttafel-Dekoren. Das Sport Select-Fahrwerk mit adaptiver Stoßdämpferregelung bleibt den stärkeren Motorisierungen vorbehalten, das große Panorama-Dach ist für alle da. Weit mehr als 14 Millionen Fahrzeuge der Baureihe hat VW seit ihrer Einführung 1975 verkauft. Die nunmehr sechste Polo-Generation wird die Erfolgskurve gewiss nicht einknicken lassen.

Michael Kirchberger / mid

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