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Südkorea will mit Nordkorea über "Ende der Feindseligkeiten" sprechen

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Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea sind selten Bild: AFP

Knapp zwei Wochen nach dem Testeinsatz einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea hat die südkoreanische Regierung Pjöngjang zu einem bilateralen Gespräch über 'ein Ende der Feindseligkeiten' eingeladen.

Knapp zwei Wochen nach dem Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea hat die südkoreanische Regierung Pjöngjang zu militärischen Gesprächen eingeladen. Diese könnten bereits am Freitag im Grenzort Panmunjom stattfinden, hieß es in einem Vorschlag des südkoreanischen  Verteidigungsministeriums. Ziel sei ein "Ende der Feindseligkeiten". Es wäre das erste derartige Treffen seit Dezember 2015 - nach einer Serie von nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests.

"Wir schlagen ein Treffen vor, mit dem die feindseligen Aktivitäten beendet werden sollen, die die militärischen Spannungen entlang der Landgrenze verschärfen", erklärte das Verteidigungsministerium in Seoul. 

Das Rote Kreuz schlug darüber hinaus für den 1. August ebenfalls in Panmunjom Gespräche über die Zusammenführung von  Familien vor. Viele Süd- und Nordkoreaner sind seit dem Ende des Koreakriegs 1953 durch die nahezu hermetische Grenze zwischen den beiden Staaten voneinander abgeschnitten.

Der im Mai gewählte südkoreanische Präsident Moon Jae In spricht sich für einen Dialog mit dem Norden aus, um die Spannungen wegen des nordkoreanischen Rüstungs- und Atomprogramms abzubauen. Seine Vorgängerin Park Geun Hye hatte einen Dialog mit Pjöngjang abgelehnt, solange die kommunistische Führung keine nachweislichen Schritte in Richtung Abrüstung unternehme.

Das Rote Kreuz erklärte, es hoffe auf eine "positive Antwort" hinsichtlich neuer Gespräche über Familienzusammenführungen. Da nach dem Koreakrieg kein Friedensvertrag abgeschlossen wurde, blieben Millionen Koreaner über Jahrzehnte von ihren Angehörigen getrennt. In Südkorea leben inzwischen nur noch 60.000 Menschen, die zu den seit 1953 getrennten Familien zählen.

Nordkorea solle auf die "aufrichtigen Vorschläge" Seouls reagieren, wenn es "wirklich Frieden auf der koreanischen Halbinsel" anstrebe, sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon. Die südkoreanische Regierung strebe nicht den "Zusammenbruch" Nordkoreas oder eine "Wiedervereinigung durch Übernahme des Nordens" an. Er forderte die Führung in Pjöngjang auf, die grenzüberschreitenden Kommunikationswege einschließlich einer Hotline zu militärischen Fragen wieder verstärkt zu nutzen.

Das chinesische Außenministerium begrüßte die Initiative aus Seoul. Der "Stillstand" in den innerkoreanischen Beziehungen müsse überwunden werden, erklärte das Außenministerium in Peking. "Dialog und Verhandlungen" müssten "wieder in Gang kommen". Bei den Gesprächen in Panmunjom könnte es unter anderem um eine Aussetzung der Propaganda-Kampagnen gehen, die von beiden Seiten mit Hilfe von Lautsprechern, Flugblättern und Rundfunksendungen betrieben werden.

Nordkorea verkündete Anfang Juli einen "historischen Durchbruch" beim erfolgreichen Test einer Interkontinentalrakete. Pjöngjang sprach von einem letzten Schritt zur Atommacht. Die USA und Südkorea feuerten daraufhin bei einer gemeinsamen Militärübung Kurzstreckenraketen ins Meer und simulierten einen Angriff auf Nordkorea.

Die EU-Außenminister verurteilten "die Beschleunigung der Atom- und Raketenprogramme" Nordkoreas und insbesondere den Test der Interkontinental-Rakete. Die EU ziehe deshalb in Abstimmung mit ihren internationalen Partnern "weitere angemessene Reaktionen" in Betracht, hieß es in einer Erklärung in Brüssel. Die EU-Außenminister begrüßten gleichzeitig das Angebot Südkoreas für einen "glaubwürdigen und sinnvollen Dialog" sowie "vertrauensbildende Maßnahmen, um die Spannungen zu entschärfen".

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