Diskriminierung

"Es war ein langes Grapschen": Taylor Swift sagt im Prozess gegen Radio-DJ aus

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  • 11. August 2017, 12:26 Uhr
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Sängerin Taylor Swift Bild: AFP

Die Popsängerin Taylor Swift hat im 'Po-Grapscher'-Prozess gegen den beschuldigten Radio-Moderator ausgesagt. Swift war von dem Anwalt des Moderators David Mueller als Zeugin gerufen worden.

Im sogenannten "Po-Grapscher"-Prozess ist Taylor Swift am Donnerstag selbst in den Zeugenstand getreten. Sie blieb bei ihrem Vorwurf, dass Radio-DJ David Mueller ihr unter den Rock gegriffen habe: "Es war auf jeden Fall ein Grapschen, ein sehr langes Grapschen", sagte die 27-jährige Sängerin vor dem Gericht in Denver im US-Bundesstaat Colorado.

Swift wirft Mueller vor, sie im Juni 2013 bei einem kurzen Backstage-Besuch vor einem Konzert unsittlich berührt haben, als sie für ein Foto posierten. Nach einem Anruf von Swifts Management verlor der damals 51-jährige kurze Zeit später seinen Job als DJ beim Lokalsender Kygo. 

Mueller macht Swift für das Ende seiner gutbezahlten Karriere verantwortlich und fordert wegen der bisherigen und künftiger Verdienstausfälle drei Millionen Dollar (rund 2,5 Millionen Euro) von ihr. Sein Anwalt hatte die Sängerin selbst in den Zeugenstand gerufen.

Swift blieb am Donnerstag bei ihren Vorwürfen. Die Situation sei  "schockierend" gewesen, so etwas habe sie noch nie erlebt: "Seine Hand blieb auf meinem nackten Hintern, während ich vor ihm zurückschreckte. Er ließ einfach nicht los." 

Muellers Behauptung, er habe mit seinen Knöcheln möglicherweise ihre Rippen berührt, ließ die 27-Jährige nicht gelten: "Er hat nicht meine Hand angefasst. Er hat nicht meinen Arm angefasst. Er hat nicht meine Rippen angefasst. Er hat meinen nackten Po angefasst." 

Muellers damaliger Chef bei Kygo, Robert Call, rechtfertigte vor Gericht den Rauswurf des DJs. Er verwies auf das Foto, auf dem Swift gemeinsam mit Mueller und dessen damaliger Freundin posiert und sich seine Hand tatsächlich auf der Höhe von Swifts Hintern zu befinden scheint. Ein Blick auf das Foto habe ihn überzeugt, dass die Hand dort nichts zu suchen habe - und das habe ihm gereicht, um seinen DJ zu feuern.

Call wies zudem darauf hin, dass der DJ seine Version mehrmals geändert habe. Zuerst bestritt er demnach den Vorfall rundheraus, dann beteuerte er, einer seiner Freunde und Kollegen habe die damals 23-jährige Sängerin begrapscht und schließlich sagte er, jede Berührung mit der Sängerin sei "rein zufällig" gewesen.

Einen Monat nach Muellers Klage hatte Swift Gegenklage gegen den DJ eingereicht. Sie fordert einen symbolischen Euro von ihm - und, dass im Urteil seine Verantwortung anerkannt wird. Dass Swifts Management damals nicht die Polizei verständigte, sondern Muellers Arbeitgeber, erklärte ihre Mutter Andrea Swift am Mittwoch mit deren Wunsch, den Vorfall lieber nicht an die große Glocke zu hängen.

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