Regierung

Zahl der von Apotheken abgegebenen Cannabisblüten im ersten Halbjahr gestiegen

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Apotheker gaben rund 10.600 Cannabismedikamente ab Bild: AFP

Im März wurde die Abgabe von Cannabis an Schwerkranke per Gesetz erleichert - seitdem ist die Zahl der Rezepte und der abgegebenen Cannabisblüten deutlich gestiegen. Bis Ende Juni gaben die Apotheker mehr als 10.000 Cannabisblüten an Patienten aus.

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Im März wurde die Abgabe von Cannabis als Medizin an Schwerkranke per Gesetz erleichert - seitdem ist die Zahl der Rezepte und der abgegebenen Cannabisblüten deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr gaben die Apotheker rund 10.600 cannabishaltige Zubereitungen und Cannabisblüten an Patienten aus, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) am Montag in Berlin mitteilte.

Die Verordnungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen stiegen an - von 564 Einheiten im März auf fast 5000 Einheiten im Juni. Auch die Zahl der Rezepte stieg in gleichem Maß auf insgesamt rund 5100. Waren es im März noch 488 Rezepte, lag die Zahl im Juni bei 2213. Zusätzlich verordneten Ärzte von März bis Juni rund 12.500 Fertigarzneimittel mit Cannabisinhaltsstoffen oder -extrakten.

"Deshalb gehe ich davon aus, dass immer mehr Patienten mit Cannabis versorgt werden", erklärte Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Auswertungen, wie viele Patienten tatsächlich mit Cannabisblüten versorgt oder welche Mengen verordnet wurden, sind allerdings nicht möglich. Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes hatten lediglich rund tausend Patienten eine Ausnahmegenehmigung für den Bezug von Cannabisblüten über Apotheken.

Mit der Gesetzesnovelle sollte schwerkranken Patienten der Zugang zu Cannabis erleichtert werden. Die Krankenkassen zahlen jetzt die Kosten für Cannabisarzneimittel, bis zur Gesetzesänderung kamen sie nur in Einzelfällen für die teure Therapie auf.

Das Bundesgesundheitsministerium räumte kürzlich allerdings Engpässe bei der Versorgung von Schwerstkranken mit Medizinalhanf ein. Einige Sorten Cannabisblüten seien im Einzelfall nicht lieferbar, hieß es.

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