Gesundheit

Der Kinder zuliebe: Autos als rauchfreie Zone

  • In GESUNDHEIT
  • 13. September 2017, 13:08 Uhr
  • Ralf Loweg/mp
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mp Groß-Gerau - Dicke Luft: Deutsches Kinderhilfswerk und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordern ein Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder an Bord sind. DVR

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Vor allem Kinder leiden als Passivraucher unter dem blauen Dunst. Doch manch Erwachsener kann nicht vom Glimmstängel lassen und frönt seinem Laster. Doch wenn das auf engstem Raum in Anwesenheit von kleinen Kindern passiert, hört der Spaß auf.

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Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Vor allem Kinder leiden als Passivraucher unter dem blauen Dunst. Doch manch Erwachsener kann nicht vom Glimmstängel lassen und frönt seinem Laster ganz ungeniert. Wenn das auf engstem Raum in Anwesenheit von kleinen Kindern passiert, hört der Spaß auf.

Aus diesem Grund fordern das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) jetzt ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren. Aus diesem Grund schlagen die Verbände sogar eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung vor, um Kinder und Jugendliche auch in diesem Bereich vor den massiven Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrums hat jetzt in Untersuchungen herausgefunden, dass die Giftstoffbelastung durch Rauchen im Auto selbst bei leicht geöffnetem Fenster extrem gefährlich ist. So sei die Konzentration von manchen toxischen Partikeln teilweise fünfmal so hoch wie in einer durchschnittlichen Raucherkneipe, heißt es. Deshalb reichen nach Ansicht des DKHW und des BVKJ Appelle allein nicht mehr aus. "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss hier gesetzlich abgesichert werden", teilen die Verbände mit.

"Viele europäische Länder schützen Kinder und Jugendliche in Fahrzeugen bereits durch ein gesetzliches Rauchverbot, beispielsweise Frankreich, Finnland, Großbritannien und Italien", sagt Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes. Studien in Kanada, wo es in weiten Teilen des Landes bereits seit längerer Zeit ein entsprechendes gesetzliches Rauchverbot gibt, hätten demnach gezeigt, dass das Rauchen in Autos in Anwesenheit von Kindern dadurch deutlich abgenommen hat. "Diesen Beispielen sollten wir unseren Kindern zuliebe umgehend folgen", so Anne Lütkes.

Und noch eine schreckende Zahl: Tabakrauchbelastete Kleinkinder haben gegenüber unbelasteten Kindern ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko, an Infektionen der unteren Atemwege, an Asthma, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken. Zudem leidet bei den Kindern der Geruchssinn, Herz und Kreislauf sind weniger leistungsfähig. Auch das Risiko für einen plötzlichen Kindstod wird durch Passivrauch deutlich erhöht. "Deshalb müssen besonders Kleinkinder, aber auch größere Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden", sagt Dr. med. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

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