Türkei

Human Rights Watch: Beweise für Folter in türkischen Gefängnissen

  • In POLITIK
  • 12. Oktober 2017, 14:08 Uhr
  • AFP
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Türkische Flagge Bild: AFP

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch prangert Misshandlungen und Folter von Häftlingen in der Türkei an. Ihnen würden Terroraktivitäten oder eine Verbindung zum Putschversuch vom Juli 2016 vorgeworfen. 

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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Misshandlungen und Folter von Häftlingen in der Türkei angeprangert. In der Türkei würden Menschen in Polizeigewahrsam gefoltert, denen Terroraktivitäten oder eine Verbindung zum Putschversuch vom Juli 2016 vorgeworfen werden, heißt es in einem am Donnerstag in Ankara veröffentlichten Bericht der Organisation. 

"Da es immer mehr Beweise dafür gibt, dass in der Türkei die Folter in Polizeigewahrsam wieder Einzug gehalten hat, muss die Regierung dem unbedingt Einhalt gebieten", forderte Hugh Williamson, Leiter des HRW-Büros für Europa und Zentralasien.

HRW bezieht sich auf "glaubhafte Beweise" für elf Fälle "schwerer Misshandlungen". Es gebe Anschuldigungen, nach denen "die Polizei die Verdächtigen geschlagen und bedroht hat, sie vollständig entkleidete und, in einigen Fällen, sexuell missbrauchte oder damit drohte". 

Die am meisten von Folter bedrohten Inhaftierten seien diejenigen, die mit dem gescheiterten Putsch oder mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Verbindung gebracht würden, hieß es weiter.

Die türkische Regierung dementiert Foltervorwürfe und Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen. Der türkische Justizminister Abülhamit Gül hatte erst vor kurzem erklärt, Ankara habe "null Toleranz" gegenüber Folter.

Seit der Niederschlagung des Putsches im Juli 2016 wurden rund 50.000 Menschen verhaftet und mehr als 140.000 aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Mehr als 150 Journalisten sind zur Zeit inhaftiert, fast 150 Medien wurden geschlossen. 

Auch mehrere Deutsche sitzen in der Türkei im Gefängnis, unter ihnen die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu, gegen die am Mittwoch der Prozess eröffnet wurde. Tolu muss sich wegen "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und "Terrorpropaganda" vor Gericht verantworten. 

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