Zentralbank

Kongresskreise: Trump nominiert Jerome Powell als neuen Notenbankchef

  • In KARRIERE
  • 2. November 2017, 15:48 Uhr
  • AFP
img
Jerome Powell Bild: AFP

Der frühere Finanzinvestor Jerome Powell soll nach einem Bericht des 'Wall Street Journal' neuer Chef der US-Notenbank Federal Reserve werden. US-Präsident Donald Trump habe den 64-jährigen Powell am Mittwochabend über seine Entscheidung informiert.

Anzeige

Neuer Chef der einflussreichen US-Notenbank soll offenbar der frühere Finanzinvestor Jerome Powell werden. Das "Wall Street Journal" berichtete am Mittwoch, US-Präsident Donald Trump habe sich für den 64-Jährigen entschieden, auch aus Kongresskreisen verlautete, führende Abgeordnete hätten Hinweise auf Powells Nominierung bekommen. Offiziell wollte Trump seine Entscheidung am Donnerstag verkünden.

Derzeit ist Janet Yellen Chefin der Federal Reserve (Fed), ernannt wurde sie noch von Ex-Präsident Barack Obama. Ihre Amtszeit läuft im Februar aus, sie könnte die Zentralbank aber auch weitere vier Jahre führen. Trump hatte Yellen zwar wiederholt als "ausgezeichnet" gelobt - bei allen Personalentscheidungen bislang legte er aber Wert darauf, ihnen seinen eigenen Stempel aufzudrücken. 

Powell ist ausgebildeter Rechtsanwalt und gehört seit 2012 dem Gouverneursrat der Fed an. Wie Yellen tritt er für eine moderate Zinspolitik ein. Seit seiner Ernennung durch Obama stimmte er mit der Mehrheit der Fed-Mitglieder.

Trump habe Powell am Mittwochabend bereits über seine Wahl informiert, berichtete das "Wall Street Journal". Die Entscheidung über den Fed-Vorsitz bedarf noch der Zustimmung des Senats. Trump muss in den kommenden Monaten zudem drei weitere Posten im Fed-Gouverneursrat neu besetzen, darunter den des Vizepräsidenten.

Den Leitzins für die Vereinigten Staaten ließ die Fed am Mittwoch unverändert auf dem Niveau zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Die Notenbank erklärte jedoch, dass die US-Wirtschaft trotz der Folgen der Hurrikane weiterhin in einem "soliden Rhythmus" wachse. Dies dürfte die Erwartungen verstärken, dass die Notenbank bei ihrer nächsten anstehenden Entscheidung im Dezember den Satz etwas nach oben schrauben könnte. 

Seit dem Wahlsieg Trumps vor knapp einem Jahr hat die Fed den Zins bereits dreimal erhöht, allerdings nur leicht. Das bislang letzte Mal geschah dies im Juni. In den Jahren nach der Finanzkrise von 2008 hatte die Fed noch einen Nullzinskurs verfolgt, um die Konjunktur anzuschieben.

STARTSEITE

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.