Gesundheit

Zahnärzte: Flüchtlinge leiden häufiger an Karies und Parodontitis

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Prävention ist entscheidend Bild: AFP

Aufgrund der fehlenden Prävention in ihren Heimatländern leiden Flüchtlinge deutlich häufiger an Karies und Parodontitis. Die Zahngesundheit von Flüchtlingen entspreche der Situation in Deutschland vor 30 Jahren, heißt es in einer Studie.

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Aufgrund der fehlenden Prävention in ihren Heimatländern leiden Flüchtlinge deutlich häufiger an Karies und Parodontitis. Die Zahngesundheit von Flüchtlingen entspreche der Situation in Deutschland vor 30 Jahren, heißt es in einer am Freitag vorgestellten Studie der Universität Greifswald.

Vor allem bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen gebe es einen deutlich höheren Kariesbefall als bei gleichaltrigen Deutschen. Ebenso wie die häufigeren Paradontitiserkrankungen bei erwachsenen Flüchtlingen sei dies auf einen Mangel an Prävention in den Herkunftsländern zurückzuführen, erklärte der Leiter des Forschungsprojekts, Christian Splieth.

Karies im Milchgebiss kommt bei Flüchtlingskindern demnach vergleichsweise oft vor. Schon Dreijährige haben im Schnitt 2,62 betroffene Zähne. Nur rund ein Drittel (35 Prozent) der Zwölfjährigen weise noch ein naturgesundes bleibendes Gebiss auf, während dies in Deutschland in dieser Altersgruppe 80 Prozent sind.

Die Zahnärzte fordern daher eine Ausweitung der Präventionsleistungen auch auf Flüchtlinge. Es wäre "sehr sinnvoll, die vorhandenen Strukturen der Gruppen- und Individualprophylaxe gezielt auf die Flüchtlinge auszuweiten". Auch zusätzliche Informationen über zahnmedizinische Prävention, zum Beispiel in Sprachkursen, wären aufgrund der hohen Quote unbehandelter Karies sinnvoll.

Insgesamt 544 Flüchtlinge waren für die Studie von Ende 2016 bis Mitte 2017 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung untersucht worden. Die Organisationen beenden am Samstag den diesjährigen Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt am Main.

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