Fahrbericht

Jaguar F-Pace: "Easy riding" in Palm Springs

img
mid Palm Springs - Schicker Brite in der Wellness-Oase der Superreichen: der Jaguar F-Pace in Palm Springs. Ralf Schütze / mid

Das schönste Fleckchen Erde? Bei einer seriösen Auswahl der paradiesischsten Orte weltweit wäre Palm Springs ganz vorne mit dabei - und das nicht nur wegen der 350 Sonnentage im Jahr. 'Easy' beschreibt wohl am treffendsten das unbeschwerte Lebensgefühl in der Wüstenoase zwei Autostunden östlich von Los Angeles. Zumal, wenn man mit einem vielseitigen SUV wie dem Jaguar F-Pace auf wirklich alles vorbereitet ist, was die faszinierende Umgebung bereit hält.

Anzeige


Das schönste Fleckchen Erde? Bei einer seriösen Auswahl der paradiesischsten Orte weltweit wäre Palm Springs ganz vorne mit dabei - und das nicht nur wegen der 350 Sonnentage im Jahr. "Easy" beschreibt wohl am treffendsten das unbeschwerte Lebensgefühl in der Wüstenoase zwei Autostunden östlich von Los Angeles. Zumal, wenn man mit einem vielseitigen SUV wie dem Jaguar F-Pace auf wirklich alles vorbereitet ist, was die faszinierende Umgebung von Palm Springs bereit hält: Vom Cruisen über die urbanen Boulevards über Abstecher auf Geröll- und Schotterpfade bis hin zum flotten Ritt über die Asphaltkurven umliegender Bergstraßen - eben unbeschwertes "easy riding" in jeder Lebenslage.

Der Jaguar F-Pace 25t R-Sport: Ein dynamischer, 250 PS starker Crossover mit britisch-elegantem Flair. Seine SUV-Tugenden spricht ihm Jaguar beinahe selbst ab vor lauter Betonung auf "dynamisch". Jedoch glänzt der leicht erhöhte Brite mit klassentypischen Vorzügen. Er ist ausgesprochen vielseitig, variabel, bequem und nicht zuletzt auch fürs leichte Grobe geeignet. All das macht ihn quasi zum maßgeschneiderten Vehikel für eine Erkundung des paradiesischen Palm Springs mit seinen teils mehr als 200 Jahre alten Palmen. Seit Jahrzehnten relaxt hier Hollywoods Prominenz wie Marlene Dietrich, Humphrey Bogart, Errol Flynn, Bob Hope, Frank Sinatra, Marylin Monroe und Elvis Presley. Heuzutage gehören Musiklegende Barry Manilow und Schauspieler Leonardo diCaprio zu den Besitzern der für Palm Springs so typischen Mid-Century-Häuser. Die architektonischen Kleinode etwa des weltberühmten Architekten Albert Frey spiegeln den Wohlstand und Stil der 50er Jahre in einer Vielfalt und Dichte wieder wie sonst nirgends auf der Welt.

Im bequemen F-Pace cruist man zwar nicht so ganz übersichtlich, aber dennoch sehr entspannt über die Straßen von Palm Springs - eben "easy". Beim Halt an einer der unzähligen Sehenswürdigkeiten fällt der Aus- und Wiedereinstieg leicht. Der Verbrauch des 2.0-Liter-Vierzylinders pendelt sich fast bei den offiziell in USA versprochenen 24 MPG (Meilen pro Gallone) ein: 22 MPG, etwa 10,7 Liter auf 100 Kilometer, sind es letztlich. Der Spritpreis von gut 65 Cent pro Liter Benzin tröstet darüber locker hinweg. Noch etwas mehr gönnt sich der "25t" genannte Zweiliter-Antrieb beim rasanten Kurvenritt hinauf zum 3.302 Meter hohen San Jacinto.

Man kann auch mit der längsten Seilbahn der Welt zu den angenehm erfrischenden Höhen am Berg oberhalb des Coachella-Tales gelangen und den Blick hinab aufs unten vor Hitze brodelnde Palm Springs genießen. Doch im F-Pace macht's noch mehr Spaß auf der sich hochschlängelnden Staatsstraße "California 243". Hier spielt der sportliche Gentleman seine fahrdynamischen Stärken aus. In der R-Sport-Variante kommen neben optischen Extras hervorragend passende Sportsitze und elegante 19 Zoll-Leichtmetallfelgen hinzu. Allerdings: Selbst mit dem adaptiven Fahrwerk für 1.122 Euro Aufpreis reicht der Jag in Sachen Dynamik nicht ganz an den Erzrivalen Porsche Macan heran. Aber immerhin fördert der leichte Vierzylinder-Benziner unter der Fronthaube den Fahrspaß doch spürbar: Dank Torque Vectoring windet sich der F-Pace mit kraftvollem Antritt aus den teils engen Kehren am San Jacinto heraus.

Den Rest muss er mit Eleganz und Stil ausgleichen. Das gelingt dem Jaguar-SUV an anderer Stelle auch. Palm Springs auf rund 100 umliegende Golfplätze mit über 2.000 Löchern, Tausende Swimming Pools oder rund 25.000 Windräder vor der Stadt (bekannt aus dem Spielfilm "Rainman" mit Dustin Hofman und Tom Cruise) zu reduzieren, wäre falsch. 350 Sonnentage im Jahr, durchschnittliche Toptemperaturen von 31,5 Grad übers gesamte Jahr hinweg oder umliegende Sehenswürdigkeit wie der weltberühmte Joshua Tree National Park sind auch nicht genug, um den einzigartigen Charme der Wellness-Oase zu beschreiben oder gar zu erklären.

Der besteht vor allem aus einer unglaublichen Vielfalt an Gastronomie, die bis hin zu "Johannes" reicht, wo der Tiroler Chefkoch Johannes Bacher legendäre Wiener Schnitzel zubereitet, aber auch mit typischeren Spezialitäten wie einem Kobe-Rind-Burger zu verwöhnen weiß. Selbst vor dem stets gut besuchten Schnitzel-Tempel am Indian Canyon Drive fällt der Jaguar F-Pace positiv auf - weit mehr als jeder Cadillac SRX, Buick Enclave oder Chevrolet Traverse, oder wie die US-amerikanischen Platzhirschen so alle heißen.

Über das hervorragende InControl Touch Pro Infotainment-System steuern wir die imposant klingende Meridian-Audioanlage und wählen den idealen Soundtrack für Palm Springs: den örtlichen Sender 107.3 Mod FM, wo Songs von Frank Sinatra, Dean Martin oder Doris Day den Ton angeben - federleicht swingend wie das typische Lebensgefühl, das den Besucher hier im Nu übermannt.

Beim Cruisen durch die quadratisch angeordneten Straßen bekommt der Fahrer des F-Pace ein Gefühl dafür, dass jede zweite "Section" von jeweils einer Quadratmeile den hiesigen Indianern gehört. Sie erhielten die Parzellen einst als Gegenleistung für den Bau der Eisenbahnstrecke durchs Tal. Heute profitieren die Indians davon immens, aber sie geben einen Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke - humanistischer Kapitalismus unweit der kalifornischen Hochfinanz in Beverly Hills oder Hollywood. Beim entspannten Dahingleiten ist der Vierzylinder erstaunlich kultiviert und leise unterwegs - ganz im Stile eines britischen Kavaliers. Das Zusammenspiel mit der Achtgang-Automatik gelingt geschmeidig - oder "smooth", wie Palm Springs-Fan Frank Sinatra easy trällern würde.

Der Allradantrieb des 25t 2.0 AWD erlaubt es, sich völlig unbeschwert auf unbefestigten Pfaden der berühmten und von Palm Springs aus schnell erreichbaren San Andreas-Spalte zu nähern. Hier driften die pazifische und die nordamerikanische Platte aneinander vorbei und könnten jederzeit das befürchtete und seit Jahrhunderten überfällige Erdbeben "The Big One" auslösen. Mit dem F-Pace hier die 1.300 Kilometer lange Verwerfung zwischen Mexiko und San Francisco entlang zu cruisen, macht Spaß und keinerlei Mühe. Der neue Vierzylinder-Turbo spricht prompt auf Pedalbefehle an und wuchtet den 1,8-Tonner in 6,8 Sekunden auf 100 km/h oder 60 mph, wie man hier in USA rechnet. Ein Abstecher zum großen Wildlife-Park "Living Desert Zoo" verschafft schließlich sogar eine Begegnung mit dem Markensymbol des dynamischen SUV. Auf dem 85 "acre" großen Zoogelände (so groß wie rund 40 Fußballfelder) sind jährlich rund 350.000 Besucher ebenso begeistert von den drei Jaguaren "Memo", "Magia" und "Mema" wie von den Giraffen, die sie hier direkt aus der Hand füttern dürfen.

Auf dem Parkplatz ist Zoo-Mitarbeiter Ed Thayer hellauf begeistert vom eleganten SUV aus Europa, der sich seiner Ansicht nach wohltuend vom Einheitsbrei der SUVs einheimischer oder asiatischer Marken absetzt. "Jaguar gehört doch zu einem indischen Konzern, habe ich gehört? Das tut denen offenbar richtig gut," mutmaßt Thayer und bestaunt den F-Pace von seinem elektrischen Zoo-Mobil aus. Er ergänzt grinsend: "Hybrid oder Elektro-Antrieb würde auch dem Jag nicht schaden!" Wir können Ed beruhigen: 2018 folgt der SUV-Markenbruder I-Pace mit rein elektrischem Antrieb. Bis dahin zieht der F-Pace nicht nur auf den Straßen Kaliforniens die Blicke auf sich und mischt elegant-sportliche Britishness unter die breite SUV-Masse.

Ralf Schütze / mid

Technische Daten Jaguar F-Pace 25t AWD R-Sport:
Fünfsitziger City-SUV, Länge/Breite(ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.730/1.940/1.650/2.870, Leergewicht: 1.760 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.460 kg, Zuladung: 700 kg, Ladevolumen: 508 bis 1.740 l, Tankinhalt: 63 l.
Antrieb: Reihen-Vierzylinder-Turbobenziner, Hubraum: 1.997 ccm, Leistung: 184 kW/250 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 365 bei 1.200-4.500 U/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 6,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 217 km/h, Normverbrauch: 7,4 l pro 100 km, CO2-Ausstoß: 170 g/km, Achtgang-Automatik, Allradantrieb, Preis: ab 51.160 (R-Sport ab 57.310) Euro.

STARTSEITE

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.