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Vier Finanzminister im Rennen um Führung der Eurogruppe

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  • 30. November 2017, 17:07 Uhr
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Centeno gilt als Favorit für den Vorsitz der Eurogruppe Bild: AFP

Harter Wettstreit um die Führung der Eurogruppe: Portugal, Lettland, Luxemburg und die Slowakei haben sich um die Leitung der Schaltstelle der 19 Länder der Währungsunion beworben.

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Harter Wettstreit um die Führung der Eurogruppe: Portugal, Lettland, Luxemburg und die Slowakei haben sich um die Leitung der Schaltstelle der 19 Länder der Währungsunion beworben. Wie der EU-Rat am Donnerstag mitteilte, gehen der portugiesische Finanzminister Mário Centeno, der Slowake Peter Kazimir, der Luxemburger Pierre Gramegna und die Lettin Dana Reizniece-Ozola ins Rennen um den Spitzenposten. Der Portugiese galt in Brüssel als Favorit.

Die Frist für Bewerbungen für die Nachfolge von Amtsinhaber Jeroen Dijsselbloem war am Donnerstagmittag ausgelaufen. Der Niederländer ist seit Januar 2013 Präsident der Eurogruppe. Die zweite Amtszeit des Sozialdemokraten läuft am 13. Januar aus. 

Am Montag soll beim Treffen der Finanzminister der Eurozone in Brüssel ein Nachfolger gewählt werden. Nach Dijsselbloems Einladungsschreiben ist eine einfache Mehrheit nötig. Dies wären bei 19 Euro-Staaten zehn Stimmen.

Der Portugiese Centeno arbeitete zunächst für die portugiesische Zentralbank und führt seit November 2015 das Finanzministerium in Lissabon. Mit dem 50-jährigen Sozialdemokraten würde erstmals ein Vertreter eines ehemaligen Krisenlands die Führung der Eurogruppe übernehmen. 

Portugals Regierungschef Antonio Costa sagte am Rande des EU-Afrika-Gipfels in der Elfenbeinküste, sein Land habe "eine ganze Reihe von Unterstützern" unter den anderen Mitgliedstaaten. Dabei gehe es um Regierungen "aus unterschiedlichen Regionen Europas und unterschiedlichen Parteifamilien".

Die "Financial Times" berichtete am Donnerstag, am Rande des Gipfels habe es ein Treffen von Portugal, Frankreich, Deutschland und Italien gegeben. Dabei sei Centenos Kandidatur einer möglichen Bewerbung von Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan der Vorzug gegeben worden.

Aus dem Umfeld des französischen Finanzministers Bruno Le Maire hieß es, der Volkswirt Centeno sei klar ein Kandidat, der alle Kriterien für den Posten erfülle. Der konservative spanische Finanzminister Luis de Guindos hatte schon Anfang November gesagt, er würde den Portugiesen bei einer Kandidatur unterstützen.

Europas Sozialdemokraten wollen den Spitzenposten unbedingt für sich verteidigen, denn es ist ihr einziger in der EU. Kommission, Europaparlament und EU-Rat der Mitgliedstaaten werden von Vertretern der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) geführt. 

Mit dem Slowaken Kazimir ist aber auch ein zweiter Sozialdemokrat im Rennen. Er ist seit 2012 Finanzminister der Slowakei. Der 49-Jährige  gehört damit zu den dienstältesten Mitgliedern der Eurogruppe. Kazimir schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe den "Ehrgeiz", zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern der Währungsunion  "Brücken zu bauen".

Die Lettin Reizniece-Ozola gehört der kleinen Mitte-Rechts-Partei "Für Lettland und Ventspils" an, die zum regierenden "Bündnis der Grünen und Bauern" in dem Balten-Staat gehört. Die 36-Jährige hat Wirtschaft und Management studiert. Sie ist seit Februar 2016 Finanzministerin und trägt den Titel einer internationalen Schach-Großmeisterin.

Gramegna wurde im Dezember 2013 Finanzminister Luxemburgs. Seine Karriere begann er als Diplomat. Zwischen 2003 und 2013 leitete er Luxemburgs Handelskammer. Nach dem heutigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker wäre der 59-jährige Liberale bereits der zweite Luxemburger auf dem Posten. 

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