Wissenschaft

US-Forscher: Tauben intelligenter als gedacht

  • In UMWELT
  • 4. Dezember 2017, 20:15 Uhr
  • AFP
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Tauben intelligenter als gedacht Bild: AFP

Vögel haben ein ähnliches Verständnis von Zeit und Raum wie Menschen und Affen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am Montag in der Fachzeitschrift 'Current Biology' erschien.

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Vögel haben ein ähnliches Verständnis von Zeit und Raum wie Menschen und Affen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am Montag in der Fachzeitschrift "Current Biology" erschien. Die Studie habe gezeigt, dass sogenannte niedere Tiere wie Vögel, Reptilien und Fische durchaus in der Lage sind, intelligente Entscheidungen zu treffen, erklärten die Wissenschaftler.

Die Studie basiert auf einem Experiment mit Tauben. Den Vögeln wurde eine längere oder eine kürzere Linie auf einem Computerbildschirm für einen längeren oder kürzeren Zeitraum eingeblendet. Anschließend sollten die Tauben aus vier Symbolen auswählen, ob die Linie, die sie gesehen hatten, lang oder kurz war und ob sie lang oder kurz eingeblendet wurde. Pickten sie auf das richtige Symbol, wurden sie mit Futter belohnt.

Dann machten die Wissenschaftler die Aufgabe schwerer, indem sie die Länge der Linien und die Zeit des Einblendens zusätzlich variierten. "Die Tauben gingen davon aus, dass lange Linien für längere Zeit angezeigt würden", berichteten die Wissenschaftler. Bei Menschen und Affen habe der Test zu ähnlichen Ergebnissen geführt.

In der Tat seien die kognitiven Fähigkeiten von Vögeln denen von sowohl Menschen als auch nicht menschlichen Primaten nicht unähnlich, erklärte der Autor der Studie, Edward Wassermann von der Universität von Iowa. "Die Nervensysteme von Vögeln sind zu sehr viel größeren Leistungen in der Lage, als es der abschätzige Ausdruck 'Spatzenhirn' vermuten lässt."

Allerdings existiert der Bereich im menschlichen Gehirn, in dem die Einschätzung von Raum und Zeit verarbeitet wird, bei Tauben nicht. "Tauben verfügen über andere Gehirnsysteme, die es ihnen erlauben, diese Dimensionen zu erfassen", schließt daraus Benjamin De Corte, Masterstudent am neurowissenschaftlichen Institut der Universität von Iowa und Ko-Autor der Studie.

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