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Drei Verdächtige des Mordes an Journalistin in Malta angeklagt

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Daphne Caruana Galizia starb durch eine Autobombe Bild: AFP

Nach der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta sind drei Verdächtige angeklagt worden. Die Männer plädierten am Dienstag vor Gericht auf nicht schuldig.

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Nach der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta sind drei Verdächtige angeklagt worden. Die Männer plädierten am Dienstag vor Gericht auf nicht schuldig. Den beiden Brüdern George und Alfred D. sowie Vincent M. wird vorgeworfen, die Bombe gebaut zu haben, durch die die 53-Jährige starb. Am Montag waren insgesamt zehn Verdächtige wegen des Anschlags vom 16. Oktober festgenommen worden.

Den drei Angeklagten, die zwischen 53 und 55 Jahre alt sind, wird außerdem vorgeworfen, dem organisierten Verbrechen anzugehören sowie Sprengstoff zu besitzen. Die übrigen sieben Beschuldigten kamen gegen Kaution frei.

Ministerpräsident Joseph Muscat hatte zu den Festnahmen sieben Wochen nach dem Anschlag erklärt, er sei entschlossen, "keinen Stein unumgedreht zu lassen", um den Fall zu lösen. Der Ministerpräsident steht in dem Fall unter politischem Druck: Nach der Ermordung von Caruana Galizia hatte ihr Sohn Muscats Regierung eine Mitschuld an dem Anschlag gegeben.

Caruana Galizia hatte mehrfach Korruptionsvorwürfe gegen Vertraute des Mitte-links-Politikers erhoben. Mit ihren Enthüllungen hatte die 53-jährige Journalistin unter anderem für vorgezogene Neuwahlen auf Malta gesorgt. Das Magazin "Politico" hatte die Journalistin als "ein ganzes Wikileaks in einer einzigen Frau" bezeichnet. Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, versprach eine Belohnung von 20.000 Euro für Informationen, die zur Überführung der Mörder führten.

An den Ermittlungen auf Malta sind neben maltesischen Behörden auch Europol, das FBI und finnische Geheimdienstmitarbeiter beteiligt. Der Anschlag auf die Investigativjournalistin hatte weltweit für Empörung gesorgt und zu Anti-Korruptions-Demonstrationen auf der europäischen Mittelmeerinsel geführt. Zahlreiche europäischen Staaten forderten unabhängige Ermittlungen ein.

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