Türkei

Gesuchter sudanesischer Präsident nimmt an Gipfel in Istanbul teil

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  • 13. Dezember 2017, 13:35 Uhr
  • AFP
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Erdogan empfängt Sudans Präsident al-Baschir Bild: AFP

Sudans Präsident Omar al-Baschir ist trotz eines internationalen Haftbefehls wegen Völkermords und Kriegsverbrechen zum panislamischen Gipfel in Istanbul gereist. Der Internationale Strafgerichtshof dringt bisher vergeblich auf seine Festnahme.

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Trotz eines internationalen Haftbefehls wegen Völkermords und Kriegsverbrechen ist Sudans Präsident Omar al-Baschir zum panislamischen Gipfel in Istanbul gereist. Al-Baschir wurde am Mittwoch bei dem Sondergipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) zur Jerusalem-Frage persönlich vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan begrüßt. Anschließend nahm der in Turban und Mantel gekleidete sudanesische Präsident an den Beratungen des Gipfeltreffens teil.

Erdogan hatte den Gipfel einberufen, um über die Entscheidung der USA zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zu beraten. Rund 20 Staatschefs folgten dieser Einladung, unter ihnen al-Baschir. Er wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Völkermords in der westsudanesischen Provinz Darfur gesucht. Nach UN-Angaben wurden dort nach 2003 mindestens 300.000 Menschen getötet.

Auslandsreisen al-Baschirs sorgen immer wieder für Kontroversen, da zumindest die Mitgliedstaaten des Strafgerichtshofs zu seiner Festnahme verpflichtet sind. Die Türkei gehört nicht dazu. Als al-Baschir 2009 zu einem OIC-Gipfel nach Istanbul kommen wollte, verteidigte Erdogan ihn gegen Vorwürfe des Völkermords. Nachdem die EU in Ankara auf seine Festnahme gedrungen hatte, sagte al-Baschir damals seine Teilnahme ab.

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