Technologie

Immobilienverwaltung – PropTechs können viel Arbeit ersparen

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@ eugeniu (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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In der Immobilienbranche lässt sich die Arbeit durch digitale Tools und Plattformen zunehmend erleichtern. Apps vereinfachen die Kommunikation und Vernetzung, Nebenkostenabrechnungen können mit nur wenigen Klicks erstellt werden und moderne Schließsysteme und Gemeinschaftswaschmaschinen sparen für Verwalter und Mieter Zeit und Geld. Doch können sich alle PropTechs auf Dauer auch behaupten? Für den Erfolg ist eine große Portion Branchenkenntnis von Nöten. Denn nur wer die Bedürfnisse und Probleme der Branche und deren Kunden kennt, wird sich auch langfristig durchsetzen.

Ideen entstehen in der Tech-Szene oft aus dem nichts. Christian Bogatu hatte es satt vor der verschlossenen Haustür mit vollen Händen zu stehen und den Schlüssel aus den Tiefen seiner Jackentasche zu fischen. Diese alltägliche scheinbar banale Umständlichkeit veranlasste ihn, das Unternehmen Kiwi zu gründen. Ein schlüsselloses Zugangssystem. Seine praktische Lösung ist heute preisgekrönt und erleichtert etlichen Menschen das Leben. Damit war Bogatu einer der PropTech-Pioniere und zeigte, dass Digitalisierung in der Immobilienbranche keine Raketenwissenschaft sein muss.

Dutzende Start-ups gesellen sich in der Immobilienverwaltung von Jahr zu Jahr dazu. Das neugegründete Start-up Vermietet.de beispielsweise, vereinfacht Immobilienbesitzern vor allem den bürokratischen Aufwand. Übersichtlich hat der Vermieter auf einem Dashboard seine Objekte im Blick. Eine Buchhaltungssoftware überprüft die Mieteingänge, Zahlungserinnerungen und Mahnungen sind mit Mustern sofort erstellt und aufwändige Nebenkostenabrechnungen sind mit nur wenigen Klicks fertig. Zudem zeigt das Tool weitere Renditemöglichkeiten und Mieterhöhungspotenziale auf. Garantiert keine bahnbrechende Neuerung, aber als Plattform mit zahlreichen Features in dieser Form einzigartig.

Oracom ist dagegen schon von mehr als zehn Jahren entstanden. Das Berliner Unternehmen ist wegen einer Hausverwaltung gegründet worden, die die Kommunikation mit den Mietern auslagern wollte. Heute zählt das Unternehmen 300.000 registrierte Wohneinheiten. Erfolg ist immer da zu sehen, wo ein konkretes Kundenproblem auf simple Weise gelöst wird. Das Hamburger Wohnungsunternehmen Saga inspirierte Immosolve dazu, sein digitales Interessenten-Management umzusetzen. Durch die überwältigende Bewerberflut auf die kommunalen Wohnungen suchte Saga nach einer Verwaltungs-IT. Daraus entwickelte sich ein effizientes Tool, welches Bewerber-Wartelisten ablöst und ein standortübergreifendes und einheitliches System für alle Mitarbeiter schafft. Heute gehört die Firma zum Branchenriesen Immonet.

Andere Start-ups kümmern sich dagegen um die Vereinfachung der Kommunikation zwischen Hausverwaltern, Technikern und Handwerkern. Simplifa ist beispielsweise auf das Management von Aufzügen spezialisiert. Dabei filmt Simplifa die Aufzuganlagen um den Technikern die Wartung und Reparatur zu erleichtern. Cunio, Lireco und Casavi sind weitere Start-ups zur Vereinfachung der Kommunikationswege. Casavi vernetzt zum Beispiel möglichst viele Mitwirkende einer Immobilie – dazu gehören Verwalter, Mieter, Hausmeister, Energieversorger und Gebäudeversicherer.

Je genauer die Software auf das Kundenproblem zugeschnitten ist, desto besser funktioniert es in diesem Segment der Branche. Dadurch sind die Produkte allerdings schwierig standardisierbar. Deswegen werden in Zukunft noch viele Ideen die Immobilienbranche erobern, oder auch schnell wieder das Zeitliche segnen. Die Digitalisierung der Immobilienbranche und der Kampf um die besten Marktanteile im Online-Sektor ist jedenfalls schon lange entfacht. Man darf gespannt sein.

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