Fahrbericht

Audi Q5: Rundum bestens in Form

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mid Groß-Gerau - Der Audi Q5: rundum bestens in Form. Thomas Schneider / mid

Mit dem Q5 hat Audi einen echten Volltreffer gelandet, vom Start im Jahr 2008 weg belegte das Mittelklasse-SUV aus Ingolstadt die vorderen Plätze in der Zulassungs-Hitparade. Dass die Optik des wichtigen Leistungsträgers bei der großen Erneuerung vor einem Jahr zwar verjüngt, aber nicht prinzipiell verändert wurde, war nur logisch. Technisch hat sich aber einiges getan - das wurde beim mid-Test deutlich.

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Mit dem Q5 hat Audi einen echten Volltreffer gelandet, vom Start im Jahr 2008 weg belegte das Mittelklasse-SUV aus Ingolstadt die vorderen Plätze in der Zulassungs-Hitparade. Dass die Optik des wichtigen Leistungsträgers bei der großen Erneuerung vor einem Jahr zwar verjüngt, aber nicht prinzipiell verändert wurde, war nur logisch. Technisch hat sich aber einiges getan - das wurde beim mid-Test deutlich.

Mit 4,66 Meter Länge, 1,89 Meter Breite und 1,66 Meter Höhe ist der Q5 ein stattliches Fahrzeug. Seine optische Präsenz kommt aber dank der geschickten Gestaltung der Seitenlinie mit Anklängen an den A5 und der knackigeren Frontpartie mit dem typischen Audi-Grill durchaus elegant rüber.

Der Umgang mit dem Q5 ist - abgesehen vielleicht vom Rangieren in vollen und engen Parkhäusern oder knapp bemessenen Innenstadt-Sträßchen - eine sehr angenehme Angelegenheit. Der Oberbayer lässt sich sehr leicht entern, die SUV-typische Sitzposition sorgt für beste Übersicht nach vorne und auf die Seite. Beim Rückwärts-Rangieren nutzt der Pilot gerne die optische Unterstützung durch die Rückfahrkamera - sicher ist sicher. Die Sitze sind jederzeit bereit für die Langstrecke, geben gute Unterstützung für den Rücken und dessen Verlängerung und stützen auch beim flotten Kurvenfahren deutlich ab. Das hohe Niveau bei den verwendeten Materialien, deren Verarbeitung und der optisch wie haptisch geschmackvolle Materialmix signalisieren unmissverständlich: Hier handelt es sich um ein Premium-Fahrzeug.

Schön, dass sich die zeitgemäße Einrichtung mit volldigitalem Cockpit (500 Euro extra), Touchscreen und MMI-Dreh-Drück-Rad plus Touchpad bedienen lässt, ohne dass vorab ein Volkshochschulkurs nötig wäre. Wer einmal verinnerlicht hat, wo welche wichtigen Menütasten sitzen, kann das Infotainment-System schnell ohne Hinschauen bedienen. Wenn es ganz fix gehen soll, lassen sich Adressen auch per Fingerspitze ins Touchpad schreiben. Und schließlich gibt es ja auch noch die Sprachsteuerung, um dem Fahrer Ablenkung zu ersparen.

Platz gibt es im Q5 reichlich. Sowohl vorne, als auch im Fond. Die Rücksitzlehne ist in drei Segmente aufgeteilt, das erhöht die Variabilität. Auf Wunsch lässt sich die Rückbank in der Länge verschieben, das sorgt für ein Kofferraumvolumen von 550 bis 610 Liter. Wird die Lehne komplett flach gelegt, passen ordentliche 1.550 Liter hinten rein. Die Ladekante ist relativ hoch, aber die Beladung gestaltet sich einfach. Und wer auch noch die Gestensteuerung für die Heckklappe geordert hat, hat mit dem Ein- und Ausladen sowieso keine Probleme.

Aber ein Auto ist ja in erster Linie zum Fahren da. Im Testwagen war dafür der 190-PS-TDI zuständig, gekoppelt an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und einen Quattro-Antrieb mit kraftstoffsparender Ultra-Technologie. Das bedeutet: Der Allradantrieb wird nur dann eingesetzt, wenn er wirklich notwendig ist. Das ist nur in rund 20 Prozent aller möglichen Fahrsituationen der Fall. In den restlichen 80 Prozent der Fahrt wird der Hinterachsantrieb komplett vom Antriebsstrang abgekoppelt. Das reduziert Reibungs- und Schleppverluste und senkt den Verbrauch. Zudem ist der innovative "4x4 bei Bedarf" auch noch leichter als ein Permanent-Allradantrieb. In der Praxis ist das eine feine Sache - denn die Q5-Besatzung spürt nichts von der aufwendigen Rechenarbeit im Hintergrund und kann sich jederzeit auf die Kraft auf allen Vieren verlassen, wenn sie nötig ist.

Mit 190 PS aus einem Zweiliter-Diesel und natürlich mit einem ordentlichen Drehmoment von maximal 400 Nm ab 1.750 U/min lässt sich auch in einem 1.840-Kilo-SUV einiges anfangen. Zum Beispiel kann der Q5 in 7,9 Sekunden auf 100 Sachen sprinten und er muss sich erst bei 218 km/h dem Luftwiderstand geschlagen geben. Der Normverbrauch von 5,0 Liter Diesel je 100 Kilometer war im Testalltag erwartungsgemäß nicht zu schaffen, aber die gemessenen 6,7 Liter bei gemischter Fahrweise sind auch ein guter Wert - es geht ja um eine ordentliche Portion Auto. Ganz nach Lust und Laune lässt sich per Tastendruck der Charakter des Bayern-SUV auf sparsames, komfortables oder betont sportliches Fahren einjustieren. Lenkung, Fahrwerk und Motorsteuerung vermitteln in der Stufe "Sport" fast schon das Gefühl, in einem höhergelegten Kurvenkünstler unterwegs zu sein. Es geht jedenfalls mit souveränem Gefühl flott dahin. Und wer größere Transportaufgaben bewältigen muss, darf bis zu 2,4 Tonnen anhängen.

Das Audi-SUV ist bei der Ausstattung mit Assistenzsystemen vorne mit dabei. Diverse elektronische Helfer wie Audi Pre Sense City oder Spurwechselassistent sind serienmäßig installiert, einige Zutaten werden nur gegen teils knackige Aufpreise oder in ziemlich teuren Kombinationen mit anderen Paketen angeboten. Den Grundpreis von 48.950 Euro für den getesteten TDI in der Ausstattungsstufe Design sollte man deshalb eigentlich nur als unverbindliche Orientierungshilfe verstehen.

Rudolf Huber / mid, Bianca Burger / mid

Technische Daten Audi Q5 2.0 TDI Quattro
Fünftüriges, fünfsitziges SUV mit Allradantrieb, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.663/1.893/1.659/2.819, Leergewicht 1.845 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.240 kg, Kofferraumvolumen: 550 - 1.550 l, Tankinhalt: Kraftstoff 65 l, AdBlue 12,0 l.
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1.968 ccm, Leistung: 140 kW/190 PS bei 3.800/min bis 4.200 U/min, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 bis 3.000 U/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 7,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 218 km/h, Normverbrauch: 5,0 Liter Diesel je 100 km, CO2-Ausstoß: 132 g/km, Testverbrauch: 6,7 Liter Diesel je 100 km, Preis: ab 48.950 Euro.

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