Türkei

Griechische und türkische Patrouillenboote kollidieren in Ägäis

  • In LIFESTYLE
  • 13. Februar 2018, 17:11 Uhr
  • AFP
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Türkisches Patrouillenboot in der Ägäis Bild: AFP

In der Ägäis sind in der Nacht zu Dienstag nahe einer umstrittenen Inselgruppe ein griechisches und ein türkisches Patrouillenboot kollidiert. Der griechische Regierungssprecher Tzanakopoulos zeigte sich 'besorgt' über das Verhalten der Türkei.

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In der Ägäis sind in der Nacht zu Dienstag nahe einer umstrittenen Inselgruppe ein griechisches und ein türkisches Patrouillenboot kollidiert. Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos zeigte sich nach dem Vorfall "besorgt" über das Verhalten der Türkei. Auch zwischen Zypern und der Türkei verschärfte sich der Ton wegen eines Streits um Erdgasförderung vor der zyprischen Küste.

Wie die griechische Hafenpolizei mitteilte, führten die "gefährlichen Manöver" des türkischen Patrouillenboots zu der nächtlichen Kollision. Zwar wurde bei dem Vorfall nahe den Imia-Inseln niemand verletzt, doch wurde das griechische Boot beschädigt. Nahe der unbewohnten Inselgruppe war es erst kürzlich zu einem ähnlichen Vorfall gekommen.

Regierungssprecher Tzanakopoulos sagte im Radio, die türkische Regierung trage nicht dazu bei, die Spannungen zu reduzieren, sie tue das Gegenteil. Athen verfolge die Situation genau, doch sei es "nicht notwendig, Öl ins Feuer zu gießen". Aus dem Außenministerium in Athen verlautete, sie würden die "notwendigen diplomatischen Maßnahmen" ergreifen. 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte zu dem Vorfall, die Griechen hätten sich "leider verirrt". Die Türkei warne Griechenland schon lange, sich nicht in "brisante Situationen" zu bringen. Da dies nicht geschehen sei, hätten die türkischen Soldaten handeln müssen. "Die Angelegenheit wurde ohne Probleme gelöst", sagte Erdogan.

Die wenige Kilometer vor der türkischen Hafenstadt Bodrum gelegene Inselgruppe Imia, die auf Türkisch Kardak heißt, ist seit langem umstritten. Im Januar 1996 kam es dort fast zum Krieg zwischen den Nato-Partnern, bevor die USA den Rückzug der Truppen erzwangen.

Der neueste Vorfall ereignete sich inmitten wachsender Spannungen zwischen der Türkei und Zypern wegen eines Streits um die Erdgasförderung. Vergangene Woche hatte die türkische Marine ein Schiff des italienischen Ölkonzerns ENI gestoppt, das vor der Küste nach Gas suchen wollte. Laut ENI war es auf dem Weg in ein Gebiet, das Teil der exklusiven Wirtschaftszone Zyperns ist. 

Erdogan warnte internationale Ölfirmen am Dienstag davor, sich an der Erdgasförderung vor der Küste Zyperns zu beteiligen. "Glaubt nicht, dass die opportunistischen Versuche, vor der Küste Zyperns nach Erdgas zu suchen, unserer Aufmerksamkeit entgehen", sagte Erdogan. "Wir warnen alle, die in Zypern die Grenzen überschreiten, vor Fehlkalkulationen."

Zypern ist geteilt, seitdem die türkische Armee 1974 in Reaktion auf einen von der griechischen Militärjunta unterstützten Putsch den Nordteil der Insel besetzte. Die Türkische Republik Nordzypern wird bis heute nur von der Türkei anerkannt, aus Sicht der Staatengemeinschaft umfasst die Republik Zypern das gesamte Gebiet der Insel und damit auch die umliegenden Seegebiete.

Ankara fordert eine Beteiligung Nordzyperns an dem Erdgas. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Türkei nach einem Telefonat mit Zyperns Präsidenten Nicos Anastasiades am Montag auf, "Drohungen gegen ein EU-Mitglied zu vermeiden". Eine Kommissionssprecherin mahnte die Türkei, "alle Handlungen zu vermeiden, die die gutnachbarlichen Beziehungen beschädigen können".

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