Gesundheit

Sperma 2.0: Bald Einsatz in der Krebstherapie?

  • In GESUNDHEIT
  • 14. Februar 2018, 10:45 Uhr
  • Marcel Sommer/mp
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mp Groß-Gerau - An Krebs-Zellmodellen untersuchte Dr. Magdanz in einem Team am IFW Dresden, wie in den Spermien Gegenmittel zu Tumoren transportiert werden könnten. Unsplash / Pixabay.com / CC0

Spermien sind wahre Wunderwerke der Natur. Sie tragen genau die Erbinformationen in sich, die für die Erschaffung eines neuen Lebens benötigt werden. Doch sie können noch mehr, wie nun Dr. Veronika Magdanz, Postdoktorandin an der Professur für Angewandte Zoologie der TU Dresden, entdeckt hat.

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Spermien sind wahre Wunderwerke der Natur. Sie tragen genau die Erbinformationen in sich, die für die Erschaffung eines neuen Lebens benötigt werden. Doch sie können noch mehr, wie nun Dr. Veronika Magdanz, Postdoktorandin an der Professur für Angewandte Zoologie der TU Dresden, entdeckt hat. Sie bergen auch diagnostisches und therapeutisches Potenzial: "Biohybride Sperma-beförderte Mikroschwimmer als Diagnosewerkzeuge" ist das Thema ihrer Open Topic Postdoc Position: In dieser erhalten Promovierte an der TU Dresden die Möglichkeit, unabhängig von der fachlichen Ausrichtung ein eigenständiges Forschungsprojekt zu bearbeiten. Dr. Magdanz ist eine von 17 internationalen Nachwuchswissenschaftlern, die ihre Arbeit in dieser Initiative des Zukunftskonzeptes der TU Dresden vorantreiben.

"In den Laborarbeiten an Mikromotoren hat mich fasziniert, dass Spermien leistungsfähige Transportmittel sind. Sie können sich sehr schnell fortbewegen und dabei auch Mikropartikel oder Mikroröhrchen transportieren", erinnert sich die Postdoktorandin an die ersten Begegnungen mit der Mikroschwimmerforschung zu Beginn ihrer Doktorarbeit am IFW Dresden. Für ihre Transportaufgaben sollen die Spermien Hüllen aus intelligentem Material erhalten - Material, das auf Reize wie Temperaturunterschiede oder Umgebungsbedingungen reagiert durch Formveränderungen oder mit der Freisetzung von Stoffen. "Wir programmieren die Materialien auf bestimmte Bedingungen, die in der untersuchten Region - beispielsweise dem Uterus - normal wären. Reagieren sie ungewöhnlich, könnten wir so Auffälligkeiten diagnostizieren und Hinweise auf die Quelle von Unfruchtbarkeit im Unterleib einer Frau lokalisieren." Langfristig könnten die Mikroschwimmer oder Mikromotoren, wie die Nanobiotechnologie sie nennt, als "Helfer" zur Befruchtung oder Zellmanipulation dienen.

Und sogar zur Krebstherapie: An Krebs-Zellmodellen untersuchte Dr. Magdanz in einem Team am IFW Dresden bereits, wie in den Spermien Gegenmittel zu Tumoren transportiert werden könnten. "Bisher finden alle Untersuchungen nur in der Petrischale statt", räumt die Biotechnologin ein, "und in kleinem Maßstab: Wir haben das Krebsmedikament mit einem spermagetriebenen Roboter erfolgreich zum Tumor gebracht; aber natürlich bräuchte es in der Praxis viele Roboter für eine Krebstherapie - wir stehen vor großen Herausforderungen."

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