Gesundheit

Medikamenten-Missbrauch: Erschreckende Zahlen

  • In GESUNDHEIT
  • 8. März 2018, 15:29 Uhr
  • Ralf Loweg/mp
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mp Groß-Gerau - Medikamenten-Missbrauch wird von vielen Menschen noch immer verharmlost. Matvevna / Pixabay.com / CC0

Vom Aufputschmittel bis hin zum beruhigenden Valium: Medikamenten-Missbrauch ist eine ernste Sache. Doch die Gefahren sind im Vergleich mit Drogen, Alkohol oder Tabak in der Bevölkerung offenbar immer noch nicht hinreichend bekannt.


Vom Aufputschmittel bis hin zum beruhigenden Valium: Medikamenten-Missbrauch ist eine ernste Sache. Doch die Gefahren sind im Vergleich mit Drogen, Alkohol oder Tabak in der Bevölkerung offenbar immer noch nicht hinreichend bekannt. So wird der Missbrauch von Medikamenten von beinahe der Hälfte der Bundesbürger (43 Prozent) akzeptiert.

17 Prozent haben verschreibungspflichtige Arzneimittel schon einmal ohne medizinische Notwendigkeit zur Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens eingenommen. Für weitere 26 Prozent wäre das akzeptabel. Das sind Ergebnisse einer forsa-Umfrage bei 5.000 Bundesbürgern zwischen 16 und 70 Jahren im Auftrag der Bundesapothekerkammer.

"Die Ergebnisse sind erschreckend. Arzneimittel ohne medizinische Notwendigkeit einzunehmen ist keine Lappalie", sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer beim Symposium "Arzneimittelmissbrauch - Fakten und Herausforderungen" in Berlin. "Denn einerseits hat jedes Medikament Risiken und Nebenwirkungen. Andererseits tritt die erhoffte Doping-Wirkung - wenn überhaupt - höchstens kurzzeitig ein."

Wichtigster Grund für die Einnahme von Medikamenten ist die Stimmungsverbesserung oder die Reduzierung von Nervosität beziehungsweise Angst. 13 Prozent der Befragten haben aus diesem Grund schon mal zu rezeptpflichtigen Medikamenten gegriffen. Für weitere 20 Prozent käme dies grundsätzlich in Frage. Die Steigerung von Konzentration und anderer geistiger Leistungen war für 5 Prozent der Grund, schon einmal ein rezeptpflichtiges Medikament ohne medizinische Notwendigkeit einzunehmen. Für weitere 22 Prozent ist dies eine Option. Zum Vergleich: Um besser auszusehen, haben 3 Prozent schon einmal ein rezeptpflichtiges Medikament eingenommen. Für weitere 10 Prozent käme dies in Frage.

11 Prozent der Befragten, die schon einmal rezeptpflichtige Medikamente missbräuchlich eingenommen haben, beschafften sich diese illegal über das Internet. Noch häufiger als verschreibungspflichtige Arzneimittel werden rezeptfreie beziehungsweise frei verkäufliche Medikamente verharmlost: 30 Prozent der Bundesbürger geben an, sie schon einmal zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens eingenommen zu haben. Für weitere 25 Prozent käme es in Frage. Kiefer: "Apotheker sind gefordert, im persönlichen Beratungsgespräch unsere Patienten über den Nutzen, aber auch die Risiken von Arzneimitteln aufzuklären. Bei rezeptfreien Medikamenten sind wir die einzigen, die Patienten informieren und beraten."

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