Autoindustrie

Neues Verfahren zur Abgasmessung führt zu Engpässen

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Berlin - Die schärferen Abgastests für Pkw können nach Informationen der "Welt" dazu führen, dass neue Modelle der deutschen Automobilhersteller später auf den Markt kommen als geplant. Die Kunden müssen damit länger auf bestellte Neuwagen warten.

Nach Volkswagen hat nun auch BMW der "Welt" bestätigt, dass es im Zuge der Einführung des Prüfzyklus "WLTP" (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) zu Engpässen bei den Prüfständen in der Autoindustrie und bei Prüforganisationen kommt. Und das, obwohl man die Kapazitäten aufgestockt habe, heißt es bei BMW. Es könne bei einzelnen Modellen zu "Angebotsunterbrechungen" von einigen Monaten kommen. In dieser Zeit wären bestimmte Fahrzeugtypen dann nicht bestellbar. Die Betreiber von Testzentren bestätigen die Engpässe.

"Wir sind über das ganze Jahr ausgebucht", sagt ein Sprecher des Prüfdienstes Dekra der "Welt". "Seit dem Abgasskandal von Volkswagen ist die Nachfrage von Abgastests deutlich gestiegen, wir haben Anfragen von Behörden, Automobilherstellern und Kunden", sagt der Sprecher. "Seit Einführung des neuen Prüfzyklus WLTP hat sich die Nachfrage noch mal verstärkt, wir mussten ersten Herstellern absagen." Bei kleineren Prüfunternehmen, die zertifiziert sind, den WLTP-Prüfzyklus durchzuführen, ist die Lage ähnlich.

"Wir waren schon vor Einführung des neuen Prüfzyklus komplett ausgebucht, eine Folge der Abgasaffäre", sagt Xaver Fackler, Chef des Prüfzentrums Fakt in Memmingen. "Inzwischen müssen wir allen neuen und privaten Kunden absagen", so Fackler. So groß sei der Andrang. Volkswagen-Chef Matthias Müller hatte zuvor auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin erklärt, es sei eine extreme Herausforderung, den Zeitplan für die Modelleinführungen dieses Jahr zu halten. "Es gab viel zu wenig Zeit für die Autohersteller, um auf den WLTP zu reagieren", sagt Müller. "Es ist ein Gerangel um die Prüfstände im Gange."

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