Gesundheit

Medikamente: Plan gegen Nebenwirkungen

  • In GESUNDHEIT
  • 14. März 2018, 12:20 Uhr
  • Lars Wallerang/mp
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mp Groß-Gerau - Verschiedene Medikamente gleichzeitig eingenommen können sich im Körper zu einem giftigen Cocktail mischen. qimono / pixabay.com

Die Einnahme von Medikamenten kann zu bösen Überraschungen führen. Schätzungen zufolge sterben jährlich 30.000 Patienten an Nebenwirkungen. Ein Medikationsplan soll Abhilfe schaffen.


Die Einnahme von Medikamenten kann zu bösen Überraschungen führen. Schätzungen zufolge sterben jährlich 30.000 Patienten an Nebenwirkungen. Ein Medikationsplan soll Abhilfe schaffen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag - laut der bevölkerungsrepräsentativen Studie "Patienten-Radar 2018" des MedTech-Unternehmens vitabook haben 51 Prozent der Bundesbürger schon einmal unter Nebenwirkungen nach einer Medikamenteneinnahme gelitten. Fast die Hälfte der 2.000 Befragten klagte über eine unzureichende Aufklärung.

Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte brachte beunruhigende Zustände zutage: Demnach kommen jährlich 1,6 Millionen Bundesbürger wegen Medikamenten-Nebenwirkungen in die Notaufnahme. Im "Patienten-Radar 2018" geben vier von zehn Befragten an, parallel Medikamente eingenommen zu haben, die von unterschiedlichen Ärzten verschrieben wurden. "Mit großer Wahrscheinlichkeit waren diese Medikationen nicht aufeinander abgestimmt", sagt vitabook-CEO Markus Bönig.

Abhilfe soll nach Willen des Gesetzgebers der bundeseinheitliche Medikationsplan schaffen. Hier sind Wirkstoff, Arzneimittel, Stärke, Form, Einnahmezeit und andere Informationen vermerkt. Anspruch darauf haben alle, die mehr als drei Medikamente täglich einnehmen. Tatsache sei aber, dass nur wenige tatsächlich einen Medikationsplan besitzen, erklärt Bönig. "Viele wissen nichts von ihrem Recht, andere trauen sich nicht, darauf zu beharren, und von denjenigen, die über einen Medikationsplan verfügen, hat ihn kaum jemand auch dabei, wenn es nötig ist."

Dass der Medikationsplan ab 2018 auf die elektronische Gesundheitskarte soll, auf die aber Apotheker keinen Zugriff haben, sei nicht zu Ende gedacht. Denn immerhin rund ein Drittel der Medikamente seien ohne Rezept erhältlich. "Apotheker sollten eine aktive Rolle in der Erstellung und Fortschreibung des Medikationsplans einnehmen", fordert er. "Ein vollständiger und damit sinnvoller Medikationsplan kann nur entstehen, wenn Arzt, Patient und Apotheker Zugang dazu haben." Die beste Lösung sei hier ein digitaler, webbasierter Medikationsplan. Diesen bietet vitabook online an.

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