Fahrbericht

Seat Leon ST TGI: Gas geben ohne schlechtes Gewissen

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mid Groß-Gerau - Der Seat Leon ST ist der Schöne unter den Kompakt-Kombis - als TGI ist er besonders wirtschaftlich und sauber. Fabian Greulich / mid

Innovatives Design, alternativer Antrieb: Der Seat Leon ST hat mehr zu bieten, als es der erste Eindruck vermuten lässt. Der dynamisch geschnittene Spanier hat als TGI einen zweiten Tank an Bord - für Erdgas.

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Innovatives Design, alternativer Antrieb: Der Seat Leon ST hat mehr zu bieten, als es der erste Eindruck vermuten lässt. Der dynamisch geschnittene Spanier hat als TGI einen zweiten Tank an Bord - für Erdgas.

Mit "Vollgas" - ohne schlechtes Gewissen. Ja, mit dem Leon ST TGI kann man mal so richtig "Gas" geben. Und das ist in diesem Fall sogar wörtlich zu nehmen, denn TGI ist die - zugegeben wenig sinnstiftende - Bezeichnung für die Erdgas-Variante des Kassenschlagers. Neben reinen Diesel- und Benzin-Aggregaten bietet Seat damit eine interessante Antriebs-Mixtur, die in Zeiten der Diesel-Krise zusätzlich an Aufmerksamkeit gewinnen dürfte.

Wie das funktioniert? Im Heckbereich des ST TGI befinden sich zwei Tanks: einer für Superbenzin, einer für Erdgas (CNG). Kombiniert summiert sich die Reichweite auf bis zu 1.300 Kilometer. Wenn es sein muss nonstop, denn wenn der Erdgas-Tank leer ist, schaltet das System automatisch um. Fast unmerklich. Via Display wird man darüber informiert, in welchem Modus man sich befindet und welche Reichweite man mit welchem Kraftstoff noch hat.

Ob man während der Fahrt den Unterschied zwischen Benzin- und CNG-Betrieb merkt? Kaum. Der Leon ST fährt sich eigentlich immer gleich gut. Wer allerdings Wert auf sportliche Höchstleistungen legt, wird feststellen, dass der Wagen im Erdgasbetrieb etwas Anlauf braucht. Ansonsten bringt der 110 PS starke Motor ausreichend Schub auf die Straße und sorgt dafür, dass der Fahrspaß weder beim Kurvenfressen "über Land", noch beim "Vollgas"-Fahren auf der Autobahn zu kurz kommt. Erst recht mit dem perfekt abgestimmten Siebengang-DSG-Automatikgetriebe.

Gas gleich Gefahr? Nein, keine Sorge. Zwar ist das erste Mal Erdgas-Tanken spannend, aber am Ende nicht spannender als das erste Mal Benzin-Tanken. Hat man eine Tankstelle gefunden (längst nicht jede bietet CNG an), geht alles fast wie immer. Die "Zapfpistole" wird auf den Stutzen aufgesetzt, bis sie einrastet. Dann wird der Einfüllhebel bis zum Anschlag nach oben gezogen und verankert. Wenn alles passt, blinkt an der Säule ein grünes Licht. Per Knopfdruck wird dann der Tankvorgang gestartet. Übrigens gibt es an jeder Tanksäule eine detaillierte Anleitung. Zur Beruhigung: Die TGI-Kraftstoffpumpen sind jeweils mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, das jederzeit den hermetischen Verschluss und damit die Sicherheit gewährleistet.

Ob sich CNG mit Blick auf Kosten und Reichweite lohnt? Eindeutig ja. 15 Kilogramm Gas passen in den Tank. Die Kosten liegen bei rund zwölf Euro für eine Füllung. Und die reicht für rund 300 Kilometer Wegstrecke - je nach Fahrweise. Das ist doch mal eine Ansage. Die meisten E-Autos schaffen diese Strecke noch nicht und stehen, wenn sie "getankt" werden müssen, erstmal stundenlang an der Ladestation. Erdgas-Tanken geht dagegen schnell und ist eine saubere Sache. Der zusätzliche Tank benötigt allerdings Platz und das geht zu Lasten des Gepäckraumvolumens: Statt der beim ST üblichen 587 Liter sind es bei der TGI-Variante nur noch 482 Liter.

Was CNG kann? Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger. Als CNG (Compressed Natural Gas) spielt es auch in der Automobilbranche eine große Rolle. CNG reduziert die Emissionen, da bei seiner Verbrennung kaum Stickoxide (NOx) freigesetzt werden. Mehr noch: CNG verursacht bis zu 50 Prozent weniger Feinstaub und bis zu 25 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Benzin- oder Diesel-Motoren.

Darüber hinaus profitieren Fahrer von Erdgasmodellen von steuerlichen Vorteilen beim Kraftstoff. CNG ist übrigens das gleiche Erdgas, das im Haushalt verwendet wird - nur ist es auf weniger als ein Prozent seines Volumens komprimiert. Viele Städte nutzen es bereits für ihre Linienbusse. Mit der TGI-Technologie spart man laut Seat bis zu 50 Prozent Kraftstoffkosten gegenüber Benzin- und etwa 30 Prozent gegenüber Diesel-Betrieb.

Das ist aber bestimmt teuer in der Anschaffung? Nein, das kann man nicht sagen. Der Seat ST TGI kostet mit Sechsgang-Handschaltung in der Basisausstattung 24.560 Euro inklusive Start&Stop-Automatik. Die reine Benzin-Variante mit ebenfalls 110 PS hat einen Grundpreis von 22.060 Euro. Die Kosten für die Erdgas-Erweiterung liegen also bei 2.500 Euro. Zum Vergleich: Der Aufpreis für das DSG-Getriebe liegt allein bei 1.700 Euro.

Fabian Greulich / mid

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