Fahrbericht

5er BMW: iPad mit Diesel

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mid Groß-Gerau - Auf Tour: Der BMW 525d vor dem Kloster Walkenried am Rande des Südharzes. Markus Efler / mid

Die 5er-Reihe von BWM gilt als beliebtes Manager-Mobil. Wie schlägt sie sich im Alltag und auf Langstrecke? Das wollte der Motor-Informations-Dienst (mid) wissen. Die Antwort gaben 1.000 Kilometer im 525d.

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Die 5er-Reihe von BWM gilt als beliebtes Manager-Mobil. Wie schlägt sie sich im Alltag und auf Langstrecke? Das wollte der Motor-Informations-Dienst (mid) wissen. Die Antwort gaben 1.000 Kilometer im 525d.

Zwei Merkmale, so schwört es jeder Designer bei BMW, wird es immer und bei jedem Auto der Bayern geben: Die Niere am Kühler - und die Instrumenten-Beleuchtung in diesem typischen Ton, irgendwo zwischen feuerrot und flammorange. Natürlich verfügt auch die aktuelle 5er-Reihe über diese beiden Merkmale: Die Niere wuchtig und breit, die rötlichen Zeiger jetzt virtuell animiert im komplett digitalen Cockpit.

Und doch fühlt sich jeder, der schon mal einen BMW gefahren ist, sofort heimisch in dieser Limousine. Die bekannte Mixtur aus Wohnlichkeit und kühlem High-Tech beherrscht das Interieur, matt schimmerndes Edelholz und Leder begrüßen die Insassen. Derer fünf passen hinein, und eine der Fragen dieser Testfahrt lautet: Reisen sie kommod, auch über eine längere Strecke? Die Qualitäten des 5er als Business-Limousine mit leicht sportlichem Touch sind unbestritten, aber manchmal mag der Manager oder die Managerin auch mal mit Familie auf eine Tour, die weiter führt als zum nächstem Airport.

Um mit der Antwort hinten zu beginnen, am Kofferraum: Das Familien-Gepäck für eine Woche schluckt, mit etwas geschicktem Packen, auch die klassische Stufenheck-Limousine. Die Rückbank dagegen ist perfekt für zwei, wird aber eng für drei. Denn der Mittelsitz ist, wie heutzutage üblich, eher als Notpolster ausgeführt. Ein oder zwei Kindersitze, plus zwei oder einem Jugendlichen oder Erwachsenen: Es geht, aber gerade so. Ist halt eine Business-Limousine und kein Van.

Vorne dagegen: Komfort und Platz satt. Und ein appetitlich angerichteter Fahrerplatz. Das früher etwas kryptische iDrive hat sich zu einer High-Tech-Schaltzentrale entwickelt, die entweder wie gewohnt über den großen Dreh- und Druckknopf, garantiert gewöhnungsbedürftig über Gesten, über Sprache, oder intuitiv per Touchscreen zu bedienen ist. Die Schaltflächen, die das Navi zeigen - das zuverlässig und in Echtzeit über Staus informiert - oder Audio, Wetter, News, sie lassen sich mühelos wischen und neu sortieren: Ein Fest für die Generation iPad.

Apropos: Das iPhone lässt natürlich über CarPlay ankoppeln, und zwar via WLAN und Bluetooth. Das ist bei der Ersteinrichtung zwar etwas fummeliger als das bekannte Einstöpseln des Kabels, aber danach sehr easy und elegant: Handy in die Ladeschale legen, fertig. Die App-Funktionen sind dann einigermaßen logisch mit dem iDrive verknüpft, das ist nicht bei allen Automarken so.

Natürlich, und das mag für manchen Neubesitzer eines 5er eine gute Nachricht sein: Man kann diese ganzen Gadgets auch einfach ignorieren und fahren. In dieser Disziplin kann die 5er-Reihe nach wie vor überzeugen. Das ausgewogene Fahrwerk durcheilt Kurven agil und sicher, auf der Langstrecken bietet es entspannenden Komfort. Die Sitze sind relativ straff gehalten, was nach hunderten Kilometern zu verschiedenen Meinungen unter den Insassen führt: Der eine schätzt genau das, der andere wünscht sich eine weichere Polsterung.

Motorisiert war der getestete 525d mit dem 231 PS starkem Vierzylinder-Twinturbo-Diesel. Ja, Diesel - das gehört zugegebenermaßen derzeit nicht gerade zum angesagten Hot Stuff. Aber echte 6,3 Liter Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer, gemessen über 1.000 Kilometer im Real-Verkehr durch die Stadt, über Land und mit Reisetempo 150 über die Autobahn, das soll ein Benziner dem Selbstzünder erst mal nachmachen - zumal die Diskussion über CO2-Werte angesichts der Diesel-Diskussion vielleicht verschoben, aber noch nicht erledigt ist. Eingestuft ist der 525d als Euro 6, was fürs erste Bestandsschutz verspricht. Eventuellen Zweifeln begegnet BMW mit einem Rücknahmeversprechen für Leasingkunden.

Beim Fahren jedenfalls ist vom Selbstzünder nichts zu vernehmen, ab Richttempo 130 beherrschen akzeptable Windgeräusche die Sound-Kulisse. Souverän beschleunigt die Limousine, mit ausreichender Reserve für Überholvorgänge und sanft geschaltet vom serienmäßigen Automatik-Getriebe.

An Fahrassistenz-Systemen hielt der Testwagen unter anderem den Radar-Tempomat bereit sowie die aktive Spurführung. Letztere hält die Linie zuverlässig, mahnt aber nach etwa zehn Sekunden, wieder das Lenkrad in die Hand zu nehmen. Hat man erst mal eine Haltung gefunden, mit der man dieses zwar noch hält, aber im großen und ganzen ihm die Steuerung überlässt, entlastet das System auf längeren Autobahn-Etappen tatsächlich.

Aber das ist natürlich, wie so vieles bei neuen Automobilen, Geschmacks- und Gewöhnungssache. Wie das automatische Einparken, ferngesteuert mit der wuchtigen Fernbedienung. Funktioniert, aber es muss vom Winkel bis zum Parkplatz schon alles passen. Das macht man meist schneller selbst, zumal die Rundum-Kamera ein perfektes Bild der Umgebung liefert.

Fazit nach über 1.000 Kilometern: Ein Business-Abteil für die entspannte Langstrecken-Tour - mit ein wenig Einschränkung für die Familie. Aber Vans hat BMW ja mittlerweile auch im Angebot.

Markus Efler / mid

Technische Daten BMW 525d:
Viertürige Limousine der oberen Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe in Millimeter: 4.936/1.868/1.479, Leergewicht: 1.610 kg kg, Tankinhalt: 66 l, Kofferraumvolumen: 530 l.

Antrieb: 4-Zylinder-Reihendiesel mit Twinpower-Turbo, Hubraum 1.995 ccm, Leistung: 170 kW/231 PS bei 4.400 U/min, max. Drehmoment: 500 Nm bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 6,6 s, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Automatikgetriebe, Heckantrieb, Normverbrauch: 4,4 l Diesel/100km, CO2-Ausstoß: 116 g/km, Preis: ab 55.000 Euro.

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