Arbeit

Altmaier: Wir brauchen pro Jahr 500.000 neue Jobs in Deutschland

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Bild: AFP

Deutschland braucht nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) jährlich mindestens eine halbe Million neue Jobs, damit jeder die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz hat.

Deutschland braucht nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) jährlich mindestens eine halbe Million neue Jobs, damit jeder die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz hat. Er habe dafür gekämpft, Vollbeschäftigung als Ziel und Aufgabe in den Koalitionsvertrag zu schreiben, sagte Altmaier der "Bild"-Zeitung vom Montag, "weil Vollbeschäftigung der Schlüssel zu Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit ist". 

Das bedeute weniger als drei Prozent Arbeitslosigkeit. Die jährlich mindestens 500.000 neue Jobs seien nötig nicht nur für Akademiker, sagte Altmaier weiter. Er denke etwa an "Postfahrer, deren Jobs wegfallen, weil irgendwann autonom fahrende Autos die Briefkästen leeren und Post austragen" und Kassiererinnen, wenn immer mehr Kassen vollautomatisch funktionieren. "Ihnen müssen und werden wir neue Beschäftigung bieten."

Auch künftig werde es in Deutschland genug Arbeit geben, "die wertvoll und wichtig ist,  für die man eine solide Ausbildung, aber weder Abi noch Studium braucht". Altmaier nannte als Beispiel den Pflegesektor, Sozialarbeiter oder "Menschen, die sich um Kulturarbeit kümmern". Auch von den derzeit rund 900.000 Langzeitarbeitslosen in Deutschland könne mindestens die Hälfte in Lohn und Arbeit kommen, sagte der Wirtschaftsminister der "Bild"-Zeitung.

Die soziale Marktwirtschaft sei "Leitkultur und Erfolgsmodell" in Deutschland, "Arbeit und Aufstieg gehören zu dieser Leitkultur". Wer zehn neue Jobs als Unternehmer schaffe, sei kein Kapitalist, "sondern einer, der sich um unser Land und seinen Zusammenhalt verdient macht". Er wolle deshalb, dass sich wieder mehr Menschen selbständig machen und dass ihre Leistung stärker anerkannt werde.

Flüchtlinge konkurrierten nicht mit Einheimischen um Arbeitsplätze, sondern sorgten stattdessen für die Entstehung zusätzlicher Jobs, sagte Altmaier weiter. Wenn durch Flüchtlinge "mehr offene Stellen besetzt werden, entstehen sogar neue Arbeitsplätze, weil unsere Wirtschaft dann noch stärker wächst". 

Über 250.000 Flüchtlinge hätten schon Arbeit gefunden. 25.000 Asylbewerber hätten eine  Berufsausbildung begonnen, 23.000 würden im Herbst eine Ausbildung beginnen. "Am Ende wird eine große Mehrheit der Flüchtlinge zwischen 20 und 60 Jahren einen festen Job haben. Ohne, dass dadurch Andere verdrängt werden."

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