Raumfahrt

Astronaut Gerst: ISS ist ein "fantastisches Projekt" und ein "Stabilitätsanker"

  • In UMWELT
  • 17. April 2018, 13:55 Uhr
  • AFP
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Alexander Gerst im Columbus-Trainingsmodul in Köln Bild: AFP

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst sieht seiner bevorstehenden zweiten Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation ISS mit großer Freude entgegen. 'Als Astronaut geht es einem ja immer besser, je näher man zum Start kommt', sagte er.

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Sieben Wochen vor seinem zweiten Flug zur Internationalen Raumstation hat deren künftiger Kommandant Alexander Gerst die Bedeutung der ISS für die internationale Zusammenarbeit auch in politisch schwierigen Zeiten hervorgehoben. Die ISS sei ein "fantastisches Projekt", sagte der deutsche Astronaut am Dienstag vor Journalisten in Köln. Die Raumstation, an der rund hunderttausend Menschen aus zahlreichen Staaten gearbeitet hätten, sei ein "Stabilitätsanker".

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt vor seinem Start Anfang Juni äußerte der 41-Jährige große Vorfreude auf die bevorstehende Mission "Horizons", die ihn nach 2014 zum zweiten Mal zur ISS führen wird. "Als Astronaut geht es einem ja immer besser, je näher man zum Start kommt", sagte Gerst im Astronautenzentrum der europäischen Raumfahrtagentur ESA. 

Die ISS sei die "komplexeste Maschine, die die Menschheit je gebaut hat", sagte Gerst. Auf ihr zu arbeiten, sei ein "wunderbares Erlebnis". Er werde seine Erlebnisse auch weiterhin mit der Öffentlichkeit teilen. Bei seinem ersten sechsmonatigen Aufenthalt der Raumstation war Gerst durch seine zahlreichen Botschaften aus dem All zu großer Popularität gelangt.

Seine Nachrichten verbreitete Gerst damals unter dem Namen Astro-Alex via Internet. Gersts Nachrichten von der ISS ließen seinerzeit eine breite Öffentlichkeit an dem Raumflug teilhaben. Darum werde er sich auch bei der bevorstehenden "Horizons"-Mission bemühen, sagte Gerst am Dienstag. 

Als ein zentrales Anliegen nannte er in diesem Zusammenhang, das Interesse der jungen Generation für Raumfahrt und Wissenschaft zu wecken. "Ich will nicht bei Kindern als Superheld dastehen", betonte der 41-Jährige. "Wenn die sagen, 'was der kann, das kann ich schon längst', dann ist meine Mission erfüllt."

Vor dem Start in Kasachstan wird Gerst nun noch drei Wochen am Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln verbringen. Anschließend bereitet er sich in Russland weiter auf seine zweite Langzeitmission im All vor, wie der deutsche Astronaut berichtete. 16 bis 17 Tage vor dem Start werde er dann in Baikonur eintreffen.

Gerst fliegt gemeinsam mit einer US-Astronautin und einem russischen Kosmonauten zur ISS. Seine Mission dauert sechs Monate. Dabei übernimmt Gerst im August als erster Deutscher das Kommando der ISS.

In der letzten Phase vor Beginn der "Horizons"-Mission stellte die ESA am Dienstag auch mehrere der zahlreichen wissenschaftlichen Experimente vor, die in den kommenden Monaten auf der ISS geplant sind. Dazu zählt "Cimon", ein mobiles Assistenzsystem, das Gerst bei seinem Alltag auf der Station unterstützen soll.

Damit kommt erstmals auf der ISS eine künstliche Intelligenz zum Einsatz - in "Person" eines maschinellen Assistenten, der unter anderem Stimme und Gesicht erkennen kann. Mit "Cimon" soll unter anderem die Mensch-Maschine-Interaktion mit künstlicher Intelligenz über längere Phasen erprobt werden.

Premiere wird auf der ISS auch das Fluoreszenzmikroskop "Flumias" feiern. Das Gerät wird bei Gersts "Horizons"-Mission erstmals in einer Demonstrationsversion auf der Raumstation eingesetzt. Mit ihm lassen sich Vorgänge in Zellen live beobachten. In einem nächsten Schritt ist dann eine Vollversion von "Flumias" auf der ISS installiert werden, die auch eine Zentrifuge beinhaltet, mit der die Gravitation sozusagen an- und abgeschaltet werden kann.

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