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Eine Arbeitsstunde in Deutschland siebenmal teurer als in Bulgarien

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Maschinenführer auf Werft Bild: AFP

Eine Arbeitsstunde kostet in Deutschland im Schnitt siebenmal mehr als in Bulgarien. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, bezahlten Arbeitgeber im Industrie- und Dienstleistungssektor vergangenes Jahr im Schnitt 34,50 Euro.

Eine Arbeitsstunde kostet in Deutschland im Schnitt siebenmal mehr als in Bulgarien. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, bezahlten Arbeitgeber im Industrie- und Dienstleistungssektor vergangenes Jahr hierzulande im Schnitt 34,50 Euro. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf Rang sechs. Billigstes Land ist Bulgarien, wo eine Arbeitsstunde im Schnitt nur 4,90 Euro kostete. Teuerstes Land ist Dänemark mit 43,60 Euro.

Für den Vergleich zogen die Wiesbadener Statistiker Lohnkostendaten aus den 28 EU-Staaten von der europäischen Statistikbehörde Eurostat heran. Demnach lagen die Lohnkosten im EU-Schnitt bei 26,30 Euro - 2,2 Prozent höher als 2016. Ebenso viel stiegen sie auch in Deutschland, das sich damit um einen Platz in der Rangliste nach vorn schob. Die größten Lohnkostensteigerungen gab es in Rumänien mit 12,9 Prozent - auf 6,10 Euro. Damit ist Rumänien für Arbeitgeber das zweitgünstigste Land.

Deutschlands Nachbarländer Belgien (41,70 Euro, Platz zwei), Luxemburg (37,30 Euro, Platz vier) und Frankreich (36,80 Euro, Platz fünf) sind teurer als Deutschland. Die Niederlande (34,10 Euro, Platz sieben) und Österreich (33,70 Euro, Platz acht) sind hingegen leicht billiger.

Im Verarbeitenden Gewerbe, das laut Bundesamt besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2017 durchschnittlich 40,20 Euro. Im EU-Schnitt waren es 27 Euro - damit lag Deutschland auf Rang vier hinter Dänemark (44,10 Euro), Belgien (43,90 Euro) und Schweden (42 Euro), aber vor Frankreich (38,10 Euro). Bei den Dienstleistungen lag Deutschland mit 31,50 Euro auf Rang neun. Der EU-Schnitt lag hier bei 26,30 Euro. 

Die Arbeitskosten setzen sich aus dem Bruttoverdienst für den Arbeitnehmer und Lohnnebenkosten (beispielsweise Sozialversicherungsbeiträge und Steuern) zusammen. Je 100 Euro Bruttolohn bezahlten die Arbeitgeber in Deutschland zusätzlich im Schnitt 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit liegt Deutschland EU-weit auf Rang 13. Deutlich höher sind die Lohnnebenkosten bei den Spitzenreitern Schweden und Frankreich mit 49 beziehungsweise 46 Euro. Schlusslicht ist Malta mit nur neun Euro.

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