Kriminalität

Elternpaar in den USA soll Kinder jahrelang brutal gequält haben

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Elternpaar Rogers (l.) und Allen Bild: AFP

In den USA gibt es erneut schwere Foltervorwürfe gegen ein Elternpaar: Zehn Kinder, die die Polizei aus einem Haus in Kalifornien geholt hatte, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit Waterboarding, Schusswaffen und heißem Wasser misshandelt.

In Kalifornien steht erneut ein Elternpaar unter dem Verdacht grausamer Kindesmisshandlung: Zehn Kinder, welche die Polizei aus einem völlig verwahrlosten Haus geholt hatte, seien von dem Vater und dessen Frau über Jahre mit Waterboarding, Schusswaffen und heißem Wasser misshandelt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Eltern wiesen die Vorwürfe zurück. "Ich bin kein Monster", sagte der Vater in einem TV-Interview aus dem Gefängnis.

Die Kinder im Alter zwischen vier Monaten und zwölf Jahren wurden laut Staatsanwaltschaft regelmäßig geschlagen, gewürgt, gebissen, mit Armbrüsten und Luftgewehren beschossen, mit Stöcken und Schlägern verprügelt, mit heißem Wasser verbrüht und dem sogenannten Waterboarding unterzogen, bei dem Ertrinken simuliert wird.

"Aufgrund der regelmäßigen Misshandlung haben die Kinder viele Arten von Narben, einschließlich gebrochener Arme", erklärten die Ankläger. 

Die Mutter und ihr 29-jähriger Ehemann waren am 31. März in ihrem Haus in Fairfield nördlich von San Francisco festgenommen worden. Die Polizei hatte das Haus durchsucht, nachdem eines der Kinder als vermisst gemeldet worden war. In dem Haus fanden die Beamten neun weitere Kinder, die im Wohnzimmer auf dem Fußboden kauerten. Das Haus war den Angaben zufolge völlig verdreckt, es lagen Müll und Fäkalien herum.

Die Kinder wurden in Obhut genommen. Ihre Misshandlungen wurden erst im Laufe der Ermittlungen entdeckt. Die Kinder hätten die Misshandlungen "genau beschrieben", erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Mutter wusste demnach von den Übergriffen ihres Mannes, die demnach schon mehrere Jahre zurückliegen, "und hat bei der Misshandlung selbst mitgeholfen".

Die Eltern gingen inzwischen an die Öffentlichkeit, um die Vorwürfe zurückzuweisen. "Ich bin kein Tier, ich bin kein Folterer, ich bin kein Monster", sagte Jonathan Allen, der der Vater mehrerer der Kinder ist, dem TV-Sender KGO-TV. "Ich bin nicht perfekt, aber niemand ist perfekt." Und er erklärte: "Ich habe nicht getan, was man mir vorwirft."

Die Mutter Ina Rogers sprach mit mehreren Reportern vor ihrem Haus. Sie beklagte, dass ihr Mann vorverurteilt werde, weil er wegen seiner vielen Tätowierungen "furchterregend" aussehe. Sie fügte hinzu: "Ich bemühe mich und bin stolz darauf, eine gute Mutter zu sein."

Rogers und Allen sitzen inzwischen in Haft. Der Mutter war zunächst nur ein geringfügiger Fall von Kindesmisshandlung zur Last gelegt worden. Nun soll sie wegen neun Anklagepunkten im Zusammenhang mit schwerer Kindesmisshandlung vor Gericht gestellt werden. Dem Vater soll wegen Kindesmisshandlung und Folter der Prozess gemacht werden.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Befreiung von 13 unterernährten Geschwistern, die im Januar in Kalifornien aus jahrelanger Gefangenschaft im eigenen Elternhaus befreit worden waren. Eine 17-jährige Tochter hatte sich selbst befreit und den Notruf gewählt. Einige der Geschwister waren an ihre Betten gekettet gewesen.

Auch in diesem Fall weisen die Eltern David Allen Turpin und Louise Anna Turpin alle Vorwürfe zurück und plädieren vor Gericht auf nicht schuldig. Ihnen droht eine 94-jährige Haftstrafe.

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