Fischerei

Umweltschützer: Forschungsgelder für Elektrofischen kommerziell verwendet

  • In UMWELT
  • 13. Juni 2018, 13:41 Uhr
  • AFP
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Fischer mit Netzen voller Hering Bild: AFP

Umwelt- und Fischereiorganisationen haben Betrug im Zusammenhang mit der niederländischen Elektrofischerei angeprangert. Es gebe Beweise dafür, dass Fischer und Forschungsinstitute 'beträchtliche unzulässige öffentliche Zuschüsse' erhalten hätten.

Ein Bündnis aus Umwelt- und Fischereiorganisationen hat Betrug im Zusammenhang mit der niederländischen Elektrofischerei angeprangert. Es gebe Beweise dafür, dass niederländische Fischer und Forschungsinstitute "beträchtliche unzulässige öffentliche Zuschüsse" erhalten hätten, erklärte das Bündnis am Mittwoch in einem Brief an die EU-Behörde zur Betrugsbekämpfung (Olaf). In der Nordsee werde demnach unter dem Vorwand der Forschung elektronisches Fischen kommerziell betrieben.

Mehrere Millionen Euro aus dem Europäischen Fischereifonds seien in niederländische Pilotprojekte geflossen, die jedoch zum kommerziellen Elektrofischen genutzt worden seien, heißt es in dem Brief. Die 23 Organisationen aus Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien beklagten zudem, dass die niederländische Regierung Informationen über die Verwendung der Fördergelder zurückhalte.

Beim Elektrofischen scheuchen Elektroden an den Schleppnetzen am Meeresboden lebende Tiere wie Schollen und Krabben auf, um sie in die Netze zu treiben. Kritiker befürchten dabei eine Überfischung der Meere. Befürworter führen an, die Fangmethode sei umweltschonender als Grundschleppnetze, die den Meeresboden geradezu durchpflügten.

1998 wurde das Fischen mit Elektroden in Europa verboten. Seit 2006 gibt es jedoch eine Ausnahmeregelung: Zu Forschungszwecken ist die kontroverse Fangmethode seitdem in einem Teil der Nordsee erlaubt und wird hauptsächlich von niederländischen Fischern angewandt.

Im Januar sollte das EU-Parlament über eine Ausweitung dieser Sondererlaubnis abstimmen, sprach sich stattdessen jedoch für ein vollständiges Verbot des Elektrofischens aus. Das Bündnis aus Umwelt- und Fischereiorganisationen, dem etwa der Fischereischutzverband Schleswig-Holstein und die Plattform Low Impact Fishers of Europe (Life) angehören, hatte zuvor in einem Brief an die EU-Kommission eindringlich vor einer Ausweitung der Fangmethode gewarnt.

Über das vorgeschlagene Verbot verhandeln nun die Mitgliedstaaten und die Kommission mit dem Parlament. "Auch angesichts des aktuellen politischen Kontextes der EU-Verhandlungen" müsse die Betrugsbehörde Olaf schnellstmöglich Aufklärung bringen, forderten die Umweltschützer.

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