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Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf

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Fast jeder achte Minijobber arbeitet auf Abruf Bild: AFP

In Deutschland arbeiten einer Studie zufolge insgesamt 4,5 Prozent der Beschäftigten auf Abruf. Bei Minijobbern beträgt der Anteil sogar zwölf Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg mitteilte.

In Deutschland arbeiten einer Studie zufolge insgesamt 4,5 Prozent der Beschäftigten auf Abruf. Bei Minijobbern beträgt der Anteil sogar zwölf Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg am Mittwoch mitteilte. Dabei seien Beschäftigte, die auf Abruf arbeiten, weniger zufrieden als andere Arbeitnehmer, erklärten die Forscher.

Für die Studie wertete das IAB gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus, einer repräsentativen Längsschnittbefragung von rund 25.000 Menschen.

Arbeit auf Abruf kommt demnach auch bei Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen mit neun Prozent der Beschäftigten überdurchschnittlich häufig vor. "Hier dürften vor allem Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe betroffen sein, in denen plötzliche Schwankungen der Geschäftstätigkeit nicht untypisch sind", schreiben die Autoren.

Arbeit auf Abruf unterscheidet sich von Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst dadurch, dass lediglich die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit vereinbart ist, die Arbeitszeit selbst jedoch vom Arbeitgeber variabel festgelegt werden kann.

Rufbereitschaft wird dagegen zusätzlich zur regulären Arbeit geleistet. Dabei muss der Arbeitnehmer im Bedarfsfall zu seinem Arbeitsplatz kommen - ein typischer Fall dafür sind Notdienste bei Versorgungsunternehmen.

Bereitschaftsdienst wird ebenfalls zusätzlich zur regulären Arbeitszeit geleistet, allerdings muss die Arbeitsaufnahme bei Bedarf häufig unverzüglich stattfinden. Daher wird bei Bereitschaftsdiensten in der Regel ein Aufenthalt im Betrieb vereinbart. Der Arbeitnehmer kann im Bereitschaftsdienst jedoch lesen oder schlafen, solange seine Arbeitskraft nicht in Anspruch genommen wird. Bereitschaftsdienst ist ebenso wie Rufbereitschaft beispielsweise in Krankenhäusern üblich.

Insgesamt arbeiten sechs Prozent der Beschäftigten in Tätigkeiten mit Rufbereitschaft und 5,5 Prozent mit Bereitschaftsdienst. Überdurchschnittlich häufig sind Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst in Gesundheitsberufen verbreitet. Hier beträgt der Anteil 14 beziehungsweise 13 Prozent.

Beschäftigte, die Arbeit auf Abruf ausüben, seien "mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden als andere", erklärte das IAB. Für Beschäftigte mit Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst ergebe sich hingegen kein solcher Zusammenhang.

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