Politik

Iranische Menschenrechtsanwältin Sotudeh erneut festgenommen

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  • 13. Juni 2018, 14:51 Uhr
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Nasrin Sotudeh und ihr Ehemann Resa Chandan 2013 Bild: AFP

Die iranische Menschenrechtsanwältin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemanns erneut in Haft. Die 55-Jährige wurde in ihrer Wohnung festgenommen und ins berüchtigte Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran gebracht.

Die iranische Menschenrechtsanwältin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemanns erneut in Haft. Die 55-Jährige wurde am Mittwoch in ihrer Wohnung festgenommen und ins berüchtigte Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran gebracht, wie ihr Mann Resa Chandan im Online-Netzwerk Facebook mitteilte. Gründe für die Festnahme nannte er nicht.

Sotudeh hatte zuletzt mehrere Frauen vertreten, die gegen die Kopftuchpflicht im Iran protestiert hatten. Die Polizei in Teheran hatte im Februar nach eigenen Angaben 29 Frauen festgenommen, die aus Protest in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abgenommen hatten.

Die 1963 geborene  Sotudeh, die auch schon Journalisten, Oppositionelle und Dissidenten wie die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi vertreten hat, war 2011 zu sechs Jahren Haft sowie einem zehnjährigen Arbeitsverbot verurteilt worden. Der Vorwurf lautete damals auf "Verstöße gegen die nationale Sicherheit und Propaganda gegen das Regime", was im Iran ein vielfach gebrauchter Vorwurf gegen Dissidenten ist.

In der Haft trat Sotudeh zwei Mal in einen Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen im Ewin-Gefängnis zu protestieren und weil sie ihren Sohn und ihre Tochter nicht sehen durfte. 2012 wurde Sotudeh mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments ausgezeichnet. Im September 2013, kurz nach der Wahl von Präsident Hassan Ruhani, wurde sie freigelassen. 2014 wurde auch ihr Arbeitsverbot aufgehoben.

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