Fahrbericht

Star Wars in the City

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mid Groß-Gerau - Der neue Audi A1 kommt mit markanter Front und auffälligem Tagfahrlicht daher. Audi

Audi bringt die Neuauflage seines Kleinwagens A1 an den Start. Der Motor-Informations-Dienst (mid) konnte schon probesitzen.


Audi bringt die Neuauflage seines Kleinwagens A1 an den Start. Der Motor-Informations-Dienst (mid) konnte schon probesitzen.

Es gibt viele gute Gründe, sich einen Kleinwagen zuzulegen. Etwa, weil man Geld sparen möchte. Oder weil man, obwohl ein größeres Auto finanziell eigentlich drin wäre, in der Stadt aber wendig und bei der Parkplatzsuche erfolgreich sein möchte. Dann darf so ein City-Flitzer durchaus auch etwas teurer und besser ausgestattet sein.

An diese Klientel wendet sich Audi seit 2010 mit dem A1. Mittlerweile durchaus erfolgreich, wie die Marke aus dem Volkswagen-Konzern betont: "Wir sind Marktführer", heißt es. Wobei man den "Markt" ziemlich eng umfasst: Einzig den Mini aus dem Hause BMW, einen weiteren hochpreisigen Kleinwagen, akzeptiert man als Gegner. Ein Ford Fiesta oder Peugeot 206 spielen in einer anderen, nämlich preiswerteren Liga.

Mindestens 17.500 Euro wird der neue A1 wohl kosten, wenn er im Oktober 2018 auf den Markt rollt (die erste Generation wird schon nicht mehr produziert) - ein paar Tausender über den meisten Modellen der Viermeter-Klasse. Während beim Erstling manchem Betrachter nicht ganz klar war, worin der Mehrwert bestand, soll der Neue seinem Premium-Anspruch klarer gerecht werden. Und das beginnt natürlich beim Design: Vom markanten Kühlergrill nach neuer Audi-Art ("Single Frame") mit LED-Tagfahrlicht über die dynamische Seitenlinie bis zum Heck mit den markanten LED-Leuchten wirkt A1 der Zweite deutlich erwachsener als der leicht pummelige Erst-Versuch. Beim Licht-Konzept, so verraten die Designer, war das Design von "Star-Wars"-Schiffen ihr Vorbild.

Gewachsen ist der A1 natürlich auch: Mit einer Länge von 4,03 Metern und einer Breite von 1,74 Metern wäre er vor einigen Jahren noch als Kompaktwagen durchgegangen. Innen bietet er dementsprechend mehr Platz als bislang, aber ein Raumwunder wurde er nicht unbedingt. Eben ein typisches Auto für den Single, das kinderlose Paar - oder die Familie, die ihn als Zweitwagen nutzt und den Nachwuchs zur Not auch mal in den Fond klettern lässt. Dafür reicht's durchaus, zumal der kleine Wagen jetzt serienmäßig als praktischer Viertürer anrollt und der Kofferraum 335 Liter schluckt (bei umgeklappter Bank 1.090). Und, erinnern wir uns: Der erste VW Golf war schließlich noch kleiner und trug die deutsche Familie auch an die Adria?

Die Materialen wirken Audi-typisch hochwertig, allein das Hartplastik in der Türverkleidung stört den Premium-Auftritt. Richtig klasse wiederum ist das Cockpit mit dem aus größeren Modellen bekannten, konfigurierbaren Touch-Display für Navi, Audio, Kommunikation und Smartphone Einbindung. Es sitzt in einer Mittelkonsole, die um 13 Grad, also deutlich Richtung Fahrer abgewinkelt ist.

Der blickt dazu auf ein voll digitales Cockpit hinter dem Lenkrad - so etwas gibt es bei anderen Autos dieser Größe nicht ansatzweise. Die etwas kleinere Ausführung ist sogar serienmäßig. Aber da Audi auch an den Extras kräftig verdienen möchte, steht das größere "Virtual Cockpit" von Q7 und Co. ebenfalls in der langen Aufpreisliste. Dort findet sich am Anfang ein Dreizylinder-1,0-Motor mit 95 PS, Top-Aggregat sind Vierzylinder mit 1,5 und 2,0 Liter Hubraum und bis zu 200 PS Leistung. Alles Benziner übrigens.

Dazu gibt's jede Menge aus größeren Modellen bekannte Assistenz-Systeme, die den Fahrer entlasten sollen. Ob man die bei einem auf Fahrspaß ausgelegten City-Flitzer braucht, ist eine andere Frage. Sicher scheint aber: Mit diesem A1 wird das Rennen gegen den Mini künftig noch spannender.

Marcus Efler / mid

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