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US-Minister weist Parallele zwischen Familientrennung und NS-Praktiken zurück

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US-Justizminister Jeff Sessions Bild: AFP

In der US-Debatte um die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze haben Kritiker an Praktiken der Nazis erinnert. Justizminister Jeff Sessions weist dies als 'Übertreibung' zurück.

In der US-Debatte um die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze haben Kritiker an Praktiken der Nazis erinnert - Justizminister Jeff Sessions weist solche Parallelen scharf zurück. Derartige Vergleiche seien eine "wirkliche Übertreibung", sagte Sessions am Montagabend (Ortszeit) im Fernsehsender Fox News. 

Der Minister betonte, dass die US-Behörden sich um die den Eltern weggenommenen Kinder kümmerten: "Sie werden nicht missbraucht." Die Parallelen zur NS-Zeit bezeichnete er auch deshalb als verfehlt, weil im Gegensatz zu den illegal in die USA gelangten Migranten die Nazis "die Juden davon abgehalten haben, das Land zu verlassen". 

Mit dieser Äußerung löste wiederum Sessions einen Aufschrei aus. In den Onlinenetzwerken warfen ihm Nutzer eine Verharmlosung des Holocaust vor. Die Nazis hätten durch Völkermord "ein Land frei von Juden zu schaffen versucht", kommentierte etwa @TravisAllen02. Sie hätten nicht versucht, "sie in Deutschland zu behalten".

Sessions ist für die rigorose "Null-Toleranz"-Politik gegenüber illegal ins Land kommenden Migranten verantwortlich. Zu dieser Linie gehört es, dass die Migranten wie Gesetzesbrecher behandelt und inhaftiert werden. Haben sie Kinder bei sich, werden diese getrennt in Heime gesteckt. Die menschlichen Dramen, die sich dabei abspielen, haben große Teile der US-Öffentlichkeit aufgerüttelt.

Zu den gezogenen Parallelen zu Nazi-Deutschland mahnte Sessions nun auch an, die Debatte über die Familientrennungen "rational und überlegt" zu führen. Viel Aufsehen hatte zuvor eine Botschaft des Ex-Direktors des Geheimdienstes CIA, Michael Hayden, im Internetdienst Twitter erregt. Er veröffentlichte ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und schrieb dazu: "Andere Regierungen haben Mütter und Kinder getrennt."

Hayden sagte später, mit seiner Twitter-Botschaft habe er davor warnen wollen, dass sich das Land in die falsche Richtung bewegen könnte. Wenn er aber mit seinem Vergleich zu Auschwitz-Birkenau zu weit gegangen sei, "entschuldige ich mich bei jedem, den ich vor den Kopf gestoßen haben mag", sagte der Ex-Geheimdienstchef dem Sender CNN.

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