Österreich

Verdi dringt bei Fusion von Karstadt und Kaufhof auf einheitliche Position

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Filialen von Kaufhof und Karstadt in Düsseldorf Bild: AFP

Im Poker um eine Fusion der beiden Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof dringt Verdi auf eine einheitliche Position der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft will sich 'in jeder Konstellation einsetzen für Beschäftigungssicherung, Standortsicherung und Tarifbindung'.

Im Poker um eine Fusion der beiden Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof dringt die Gewerkschaft Verdi auf eine einheitliche Position der Arbeitnehmervertreter. "Wir werden auf jeden Fall die Initiative ergreifen, dass wir Gelegenheiten schaffen, wo wir uns abstimmen werden", sagte der baden-württembergische Landesfachbereichsleiter Bernhard Franke der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagsausgabe). Verdi werde sich "in jeder Konstellation einsetzen für Beschäftigungssicherung, Standortsicherung und Tarifbindung". 

Verdi zufolge sind die Beschäftigten gerade bei Kaufhof verunsichert. "Niemand auf Arbeitnehmerseite schreit: Hurra, der Retter kommt", sagte Franke den Zeitungen. "Alle machen sich viele Sorgen." 

Wenn Karstadt-Eigentümer Signa Kaufhof übernehmen wolle, "werden sie ihn nicht plattmachen, sondern nutzen wollen", glaubt der Gewerkschaftsvertreter. Doppelstandorte könnten zwar ein Problem sein - doch gebe es keinen Automatismus und keinen Grund, die Mitarbeiter nervös zu machen.

Franke ist Verhandlungsführer der Gewerkschaft in den Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag bei Kaufhof, die wegen der Fusionsbestrebungen auf Eis gelegt wurden. "Wir waren auf einem ziemlich guten Weg", sagte er den Zeitungen. "Das Management ist so in Not, dass die sich auf unsere Forderungen und Ideen eingelassen haben."  

Medienberichten zufolge soll eine Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof noch vor Ende des Monats beschlossen werden. Die insgesamt rund 37.000 Arbeitsplätze der künftigen "Europäischen Warenhaus AG" sollen demnach aber weitestgehend erhalten bleiben. Die beteiligten Unternehmen haben sich offiziell bislang nicht geäußert. Kaufhof betreibt in Deutschland 96 Warenhäuser, Karstadt 82.

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