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Israelische Armee tötet Palästienser im Gazastreifen

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Palästinenser lassen Drachen mit Brandsatz steigen Bild: AFP

Die israelische Armee hat am Donnerstag einen Palästinenser im Gazastreifen getötet. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza weiter mitteilte, wurden bei der Attacke nahe Rafah im Süden des Palästinensergebiets zudem drei Palästinenser verletzt.

Die israelische Armee hat am Donnerstag einen Palästinenser im Gazastreifen getötet. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza weiter mitteilte, wurden bei der Attacke nahe Rafah im Süden des Palästinensergebiets zudem drei Palästinenser verletzt. Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Angaben eines Angehörigen um einen Grenzwächter. Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas würdigte den Toten als einen ihrer Kämpfer. 

Die israelische Armee erklärte, Hamas-"Terroristen" hätten vom Süden des Gazastreifen aus Ballons mit Brandsätzen in Richtung Israel losgelassen. Daraufhin habe ein Flugzeug der israelischen Luftwaffe die Gruppe unter Beschuss genommen. Später feuerten demnach Palästinenser Mörsergranaten auf israelische Soldaten nahe der Grenzanlage ab, ohne dass jemand verletzt worden sei. Als Antwort habe die Armee einen Hamas-Beobachtungsposten mit Artillerie beschossen.  

Israel geht seit einer Woche schärfer gegen militante Palästinenser im Gazastreifen vor. Diese setzen sich gegen den israelisches Beschuss und die seit mehr als einem Jahrzehnt anhaltende Blockade des Palästinensergebiets zur Wehr, indem sie an Ballons und Drachen befestigte Brandsätze auf israelisches Gebiet fliegen lassen.

Hunderte dadurch ausgelöste Brände auf israelischem Ackerland richteten nach Angaben der israelischen Feuerwehr Sachschäden in Höhe von umgerechnet mehreren hunderttausend Euro an.

Am vergangenen Wochenende bombardierte die israelische Luftwaffe dutzende Ziele im Gazastreifen. Dabei starben nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren. Es waren die heftigsten Angriffe seit dem Gazakrieg von 2014. Aus dem Palästinensergebiet wurden nach israelischen Angaben rund 200 Raketen und Granaten abgefeuert. Vier Menschen wurden verletzt. Seit Beginn der jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Gazastreifen Ende März stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 145.

Das Auswärtige Amt in Berlin verfolgt die Eskalation des Konflikts im Gazastreifen "weiter mit großer Sorge". Ein AA-Sprecher erklärte, die Bundesregierung unterstütze in diesem Zusammenhang die Vermittlungsbemühungen UN-Sonderkoordinators Nickolay Mladenov und der ägyptischen Regierung.

Dazu gehöre "zuallererst, dass die Angriffe der Hamas und anderer Gruppen und Einzeltäter auf Israel aufhören". Dies schließe auch den Einsatz von so genannten Branddrachen oder Feuerballons ein. Gleichzeitig müsse die israelische Armee "bei der Ausübung ihres Rechts auf Selbstverteidigung das Prinzip der Verhältnismäßigkeit wahren".

Es sei "unerlässlich", dass mehr Waren den Gazastreifen erreichen und verlassen könnten. Denn ohne eine "spürbare Lockerung" der Abriegelung des Palästinensergebiet könne sich die humanitäre und wirtschaftliche Lage "nicht nachhaltig" verbessern. Die weitgehende Schließung des Warengrenzübergangs Kerem Schalom durch die israelische Armee, zuletzt auch für Treibstoffe und zahlreiche humanitäre Güter, sei Besorgnis erregend.

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