Gesundheit

Fußball: Ein Angriff auf die Ohren

  • In GESUNDHEIT
  • 10. August 2018, 08:31 Uhr
  • Ralf Loweg/mp
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mp Groß-Gerau - Der Lärm in einem Fußballstadion kann sensiblen Ohren gewaltig zusetzen. pixabay.com

Fußball soll ja die schönste Nebensache der Welt sein. Doch eine Wohltat für die Ohren ist der Kampf ums runde Leder offenbar nicht. Denn die Fangesänge und Begeisterungs- oder Buh-Pfiffe können unsere Gesundheit gefährden.


Fußball soll ja die schönste Nebensache der Welt sein. Doch eine Wohltat für die Ohren ist der Kampf ums runde Leder offenbar nicht. Denn die Fangesänge und Begeisterungs- oder Buh-Pfiffe können unsere Gesundheit gefährden. Die Anhänger von Besiktas Istanbul gelten seit 2017 mit gemessenen 141 Dezibel als die lautesten Fußball-Fans der Welt. Zum Vergleich: Ein Düsenjet bringt es auf 130 Dezibel. Grundsätzlich liegt die Lärmbelastung für die Zuschauer im Stadion im Schnitt bei 105 Dezibel. Im Arbeitsleben ist schon ab einer (Dauer-)Lärmbelastung von mehr als 85 Dezibel das Tragen eines geeigneten Hörschutzes Pflicht.

Gefährlich laut wird es auch beim Einsatz von Fan-Utensilien: Tröten und Fanfaren liegen in der Gunst der Fans ganz vorn. Grundsätzlich stellen sie eine Gefahr für die Ohren dar, auch wenn so mancher Fußballfan das anders sieht. Beim Einsatz von aufblasbaren Klatschhilfen wird zum Beispiel ein Schallpegel von 120 Dezibel im näheren Umfeld erreicht. Gemessen wurde das von der Akademie für Hörakustik (afh) in Lübeck.

Gönnen die Stadionbesucher ihren Ohren keine ausreichende Ruhephase, kann es unmittelbar zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens bis hin zur kurzfristigen Schwerhörigkeit kommen sowie zu störenden Geräuschen im Ohr, allgemein bekannt als Tinnitus. Nicht nur das Mitfiebern schickt also den Blutdruck zeitweise in schwindelerregende Höhen, auch der Lärm kann die Gesundheit schädigen. Tipp: Gehörschutz verwenden.

"Auch wenn wir es nicht merken: Grundsätzlich wirkt Lärm sich auf den gesamten Organismus aus, er stresst uns", sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). "Das verändert Blutdruck, die Herzfrequenz, beeinflusst den Kreislauf. Bei zu großem, dauerhaftem Lärm wird außerdem das Innenohr unwiderruflich geschädigt."

Der Tipp der Experten: Fußballbegeisterte Familien, die dem Stadionlärm standhalten möchten, sollten sich und ihre Kinder mit einem professionellen Gehörschutz ausstatten.

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