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Studie: Dem Geldbeutel zuliebe eher nach Jena als Hamburg ziehen

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Blick über Jena Bild: AFP

Wer nicht einen Großteil seines Gehalts für die Wohnung ausgeben möchte, sollte lieber nach Jena statt nach Hamburg ziehen. Dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge gibt es einige Regionen mit hoher Arbeitskräftenachfrage und geringen Mieten.

Wer nicht einen Großteil seines Gehalts für die Wohnung ausgeben möchte, sollte lieber nach Jena statt nach Hamburg ziehen. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Donnerstag mitteilte, gibt es einige Regionen mit hoher Arbeitskräftenachfrage und geringen Mieten. In einer Studie stellten die Forscher demnach fest, dass der Süden und Westen mehr Beschäftigungschancen als der Osten und Norden bietet - allerdings holt gerade der Osten in Sachen Arbeitsmarktattraktivität stetig auf.

Für die Studie untersuchten die Ökonomen in den 156 Bezirken der Bundesagentur für Arbeit die Entwicklung auf den Arbeits- und Wohnungsmärkten. In einem Streifen von Ostwestfalen-Lippe über Nordhessen und Thüringen bis ins nordöstliche Bayern liegen laut IW zahlreiche Bezirke, die großes Potenzial für umzugsbereite Fachkräfte aufweisen.

In Jena beispielsweise lägen die Mieten etwa 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig gebe es 67 gemeldete offene Fachkraftstellen pro 100 Arbeitslose. Da aber nur jeder zweite Job bei der Arbeitsagentur gemeldet werde, liegt die tatsächliche Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze laut IW deutlich über der offiziellen Arbeitslosenzahl.

Besonders gefragt sind in Jena dual ausgebildete Fachkräfte in der Energietechnik, Mechatronik und Metallbearbeitung. Die Region gilt als wichtigster High-Tech-Standort in Thüringen. Zwei Hochschulen sowie zahlreiche Forschungsinstitute schaffen laut IW weitere Standortvorteile. Insgesamt erscheine Jena aus diesen Gründen als attraktive Region, in der das Leben wegen günstiger Mieten zudem erschwinglich sei. Gleiches gelte für andere Gebiete Mitteldeutschlands wie Suhl oder Erfurt, für Südwestfalen und die Oberpfalz im Osten Bayerns.

Auf der anderen Seite liegen laut den Wirtschaftsforschern Metropolen wie Hamburg, wo die Mieten 36 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen, es aber nur 39 gemeldete Stellen auf 100 Arbeitslose gibt. Oder Berlin Mitte, wo sogar 52 Prozent mehr für die Miete fällig werden als im deutschen Durchschnitt, aber nur 25 potenzielle Arbeitsplätze für 100 Arbeitslose gemeldet sind. Auch Köln schneide schlecht ab, während München zwar Rekordmieten habe - aber auch einen boomenden Arbeitsmarkt.

Allerdings warnen die Studienautoren davor, dass nun alle Fachkräfte in Regionen mit geringen Mieten ziehen sollen. Welche Berufe wo gesucht werden, hängt stark von den angesiedelten Unternehmen ab.

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