Technologie

Faxgerät als Hacker-Zugang

  • In TECHNOLOGIE
  • 17. August 2018, 12:54 Uhr
  • Rudolf Huber/cid
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cid Groß-Gerau - Wer die Faxanwendung des Multifunktionsgeräts nicht nutzt, sollte einfach den Telefonstecker abziehen - dann haben Hacker keine Chance. Epson

Es ist eigentlich ein Relikt aus den 1990er Jahren. Trotzdem gehört das Faxgerät nach wie vor zur Standardausstattung fast jedes Büros - und ist eine tickende Zeitbombe. Was steckt dahinter?


Es ist eigentlich ein Relikt aus den 1990er Jahren. Trotzdem gehört das Faxgerät nach wie vor zur Standardausstattung fast jedes Büros - und ist eine tickende Zeitbombe. Was steckt dahinter?

"In modernen Office-Umgebungen hat sich das Fax durch die Verbindung zum Firmennetzwerk von einem sicheren Übertragungsweg zum Risikofaktor entwickelt", so Karsten Glied, Chef der Firma Techniklotsen. Vor allem die heutigen Multifunktionsdrucker, angeschlossen an das interne Netzwerk, würden Hackern Tür und Tor öffnen. Für Manipulationen oder ein mögliches Ausspähen von sensiblen Daten benötigten Kriminelle oft nur die Faxnummer des jeweiligen Geräts. Mit einem manipulierten Fax sichern sie sich dann weitere Rechte im Gerät und haben damit Zugriff auf das interne Netzwerk. So sind die Angreifer in der Lage, auf weitere Computer zuzugreifen und Daten auszuspähen. Besonders das offene WLAN, mit dem viele Multifunktionsgeräte verbunden sind, bietet laut Glied einen vergleichsweise einfachen Angriffsweg ins Intranet.

Vor allem in einem besonders sensiblen Bereich herrscht laut des Experten noch immer eine regelrechte Faxkultur: in der Gesundheits- und Sozialbranche. Kliniken, Praxen oder Pflegeeinrichtungen böten Hackern ein besonders attraktives Ziel bei gleichzeitig hoher Datensensibilität. Der IT-Experte: "Dort sollten Fachleute für Netzwerktechnik auch bei der Fax-, Drucker- und Kopiererinstallation zu Rate gezogen werden, denn hier muss Datensicherheit oberste Priorität haben."

Grundsätzlich hilft es bereits, wenn Drucker und Faxgeräte nicht im Supermarkt gekauft und ans Firmennetz angeschlossen werden. Sie müssen sinnvoll konfiguriert werden und die Betriebssoftware der Geräte muss auf dem neuesten Stand sein. Und wer die Faxfunktion seines Multifunktionsgerätes überhaupt nicht nutzen will, kann einfach die Verbindung zum Telefonnetz kappen - schon ist die Hintertür ins Netzwerk versperrt.

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