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Mindestens 29 Tote bei Angriff auf Militärparade im Iran

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Menschen suchen in Ahwas Schutz vor Angreifern Bild: AFP

Mindestens 29 Menschen sind am Samstag bei einem Angriff auf eine Militärparade im Iran getötet worden. Irans Präsident Hassan Ruhani schwor eine 'vernichtende Antwort' auf die Attacke.

Mindestens 29 Menschen sind am Samstag bei einem Angriff auf eine Militärparade im Iran getötet worden. Irans Staatsfernsehen sprach von einer "terroristischen Attacke" in der südwestlichen Stadt Ahwas, die zudem 57 Verwundete hinterlassen habe. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag. Irans Präsident Hassan Ruhani drohte mit einer "vernichtenden Antwort" auf die Attacke, für die seine Regierung die USA mitverantwortlich machte.

Nach iranischen Medienberichten schossen während der Parade uniformierte Männer plötzlich in die Zuschauermenge. Anschließend hätten die Angreifer versucht, auch auf die Tribüne für offizielle Besucher zu feuern. Sicherheitskräfte hätten sie dann niedergeschossen.

Drei Angreifer seien vor Ort "zur Hölle geschickt" worden, der vierte sei nach der Festnahme seinen Verwundungen erlegen, sagte Militärsprecher Abolfasl Schekartschi. Im Iran wurde am Samstag der "Tag der Streitkräfte" an vielen Orten mit Militärparaden begangen.

Unter den toten "Märtyrern" seien auch Frauen und Kinder, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Die Zahl der Toten könne weiter ansteigen, da viele der Verletzten in Lebensgefahr schwebten. Ein Sprecher der Streitkräfte erklärte, ein Mädchen sei getötet worden, ebenso wie ein Veteran im Rollstuhl. 

Der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan, Ali-Hossein Hosseinsadeh, sagte der halbamtlichen Nachrichtenagentur Isna, unter den Toten sei auch ein Journalist. 

Das IS-Sprachrohr Amaq verbreitete eine Bekennernachricht der Dschihadistenmiliz: IS-Kämpfer hätten "eine Versammlung iranischer Truppen" angegriffen. Anschläge der radikal-sunnitischen IS-Dschihadisten sind im mehrheitlich schiitischen Iran eigentlich selten.

Der Anschlagsort Ahwas liegt in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak. In der Region hatte es in früheren Jahren separatistische Bestrebungen gegeben.

Irans Präsident Ruhani erklärte auf seiner offiziellen Website: "Diejenigen, die diesen Terroristen Informationen und Unterstützung bei der Verbreitung ihrer Propaganda gewähren, werden sich dafür verantworten müssen."

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte, "regionale Terror-Sponsoren und ihre US-Herren" seien für den Angriff verantwortlich. "Der Iran wird schnell und entschieden zur Verteidigung iranischer Leben antworten." Die Revolutionsgarden beschuldigten von Saudi-Arabien finanzierte "Terroristen", den Angriff ausgetragen zu haben.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte in einer Beileidsbotschaft, er sei "entsetzt von diesem blutigen Verbrechen". Der Vorfall "erinnert uns einmal mehr an die Notwendigkeit eines kompromisslosen Kampfes gegen Terrorismus in all seinen Erscheinungsformen", hieß es weiter.

Im Juni 2017 waren bei einem Angriff auf das Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran 17 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Noch während des Angriffs bekannte sich der IS zu der Tat. Bis dahin war der mehrheitlich schiitische Iran von Anschlägen der sunnitischen IS-Miliz verschont geblieben.

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