Russland

Tausende Russen demonstrieren in Moskau gegen Rentenreform

  • In POLITIK
  • 22. September 2018, 18:41 Uhr
  • AFP
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Proteste gegen Rentenreform halten an Bild: AFP

Rund 3000 Menschen haben am Samstag in Moskau gegen die geplante Rentenreform protestiert. Die Teilnehmer der genehmigten Demonstration in der russischen Hauptstadt waren einem Aufruf der Kommunistischen Partei gefolgt.

Rund 3000 Menschen haben am Samstag in Moskau gegen die geplante Rentenreform protestiert. Die Teilnehmer der genehmigten Demonstration in der russischen Hauptstadt waren einem Aufruf der Kommunistischen Partei gefolgt. Mit Slogans wie "Feind des Volkes" und "Schande" zogen sie durch das Stadtzentrum. Bei verbotenen Demonstrationen gegen die Rentenreform, zu denen der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny aufgerufen hatte, waren Anfang des Monats hunderte Menschen festgenommen worden.

Die am ersten Tag der Fußballweltmeisterschaft von Ministerpräsident Dmitri Medwedew verkündeten Rentenpläne sahen ursprünglich vor, das Renteneintrittsalter bei Frauen schrittweise von 55 auf 63 Jahre und bei Männern von 60 auf 65 Jahre anzuheben. Nach anhaltenden Protesten und einem massiven Umfrageeinbruch für Präsident Wladimir Putin milderte der Staatschef die Pläne leicht ab: Für Frauen soll das Renteneintrittsalter nun um fünf statt acht Jahre angehoben werden.

Es ist die erste Anhebung des Rentenalters in Russland seit fast 90 Jahren. Sie dürfte dazu führen, dass viele Männer kaum mehr den Renteneintritt erleben - sie werden im Durchschnitt nur 65 Jahre alt.

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