Umwelt

Polen gibt grünes Licht für Bau von großem Kohlekraftwerk

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  • 25. September 2018, 13:47 Uhr
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Schlechte Luft in Warschau Bild: AFP

Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern hat Polen grünes Licht für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks gegeben. Ein Konsorium aus den USA und Frankreich soll im Oktober mit dem Bau beginnen, dessen Kosten auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt werden.

Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern hat Polen grünes Licht für den Bau eines großen neuen Kohlekraftwerks gegeben. Der staatliche Energieversorger Enea beschloss am Montagabend endgültig die Errichtung des Tausend-Megawatt-Werks in der nordostpolnischen Ortschaft Ostroleka. Ein Konsortium aus dem US-Unternehmen GE Power und dem französischen Alstom-Konzern soll im Oktober mit dem Bau beginnen, dessen Kosten auf mehr als 1,4 Milliarden Euro geschätzt werden.

Polens rechtskonservative Regierung setzt bei der Energieversorgung weiter auf Kohle, weniger auf erneuerbaren Energien. Rund 90 Prozent der polnischen Stromerzeugung stammen aus Kohlekraftwerken. Aus polnischen Bergwerken wurden im vergangenen Jahr rund 65 Millionen Tonnen Kohle gefördert, der Sektor beschäftigt etwa 100.000 Menschen. Das neue Kraftwerk soll mit drei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr aus den schlesischen Bergwerksgebieten befeuert werden.

Die Luftverschmutzung in Polen zählt zu der schlimmsten in Europa. Die Europäische Umweltagentur führt rund 50.000 Todesfälle jährlich in Polen auf die dreckige Luft zurück. Umweltschützer kritisierten die Entscheidung zum Bau des neuen Kraftwerks als ideologisch motiviert. Das Werk werde trotz staatlicher Beihilfen kaum rentabel arbeiten können, argumentieren sie.

Nach Angaben des Energieministeriums in Warschau soll Ostroleka der letzte große Neubau eines Kohlekraftwerks sein. Die Entscheidung zum Bau fiel wenige Monate vor Beginn der großen Weltklimakonferenz, die im Dezember in Kattowitz stattfinden soll - mitten im polnischen Kohlebergbaugebiet.

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