Philippinen

Fünf Männer und das Meer: Marlin versenkt philippinisches Fischerboot

  • In UMWELT
  • 10. Oktober 2018, 12:34 Uhr
  • AFP
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Foto der auf dem Floß treibenden Fischer Bild: AFP

Ihre Geschichte erinnert entfernt an Hemingways berühmte Novelle 'Der alte Mann und das Meer': Nach einem Angriff eines Marlins treiben fünf philippinische Fischer tagelang hilflos im Südchinesischen Meer, bevor sie von der US-Marine gerettet werden.

Ihre Geschichte erinnert an Hemingways berühmte Novelle "Der alte Mann und das Meer": Nach dem Angriff eines Marlins trieben fünf philippinische Fischer tagelang hilflos im Südchinesischen Meer, bevor sie schließlich von der US-Marine gerettet wurden. Der rund 1,80 Meter große Speerfisch habe ihr Holzboot offenbar mit Beute verwechselt und es mit seinem speerförmigen Schnabel durchbohrt, berichtete der Chef der Crew, Jimmy Batiller, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Er "bohrte zwei Löcher in den Boden" ihres Boots, das daraufhin rasch zu sinken begann, berichtete Batiller. Nach seinen Angaben geschah das Unglück am Mittwoch vor einer Woche. Sie hätten es gerade noch geschafft, den Ausleger, Fässer und einige Holzplanken zu retten und daraus eine Art Floß zu bauen. Doch hätten sie nur wenig Wasser und Nahrung gehabt.

"Nach zwei Tagen ging uns das Wasser aus. Wir versuchten, vorbeifahrende Schiffe auf uns aufmerksam zu machen, doch niemand kam zu unserer Rettung", berichtete Batiller. Nach seinen Angaben aßen er und seine Männer rohen Reis und tranken in ihrer Verzweiflung sogar etwas Meerwasser.

Am Montag dann wurde das Floß von dem US-Marineschiff "Wally Schirra" entdeckt. "Glücklicherweise fuhren wir so langsam, dass wir die Fischer sehen konnten", sagte Kapitän Keith Sauls. Der erste Maat Leon Hadley fügte hinzu, die Fischer hätten Glück gehabt, dass sie das Seeabenteuer überlebten. "Normalerweise stirbt man nach zwei bis drei Tagen, wenn man reines Meerwasser oder Urin trinkt", sagte er.

"Wir hatten die Hoffnung nie aufgegeben", sagte der 41-jährige Familienvater Batiller, der inzwischen in der Hafenstadt Subic 80 Kilometer nordwestlich von Manila wieder mit seiner Familie vereint ist. "Erst als wir gerettet wurden, kamen die Tränen." Nach Angaben der philippinischen Küstenwache ist es das erste Mal in der Region, dass ein Boot von einem Marlin versenkt wurde.

In Hemingways Novelle kämpft ein alter kubanischer Fischer tagelang auf See mit einem riesigen Marlin, bevor es ihm gelingt, ihn zu überwältigen und zu töten - auf dem Heimweg aber wird das am Boot befestigte Tier von Haien gefressen, es bleibt nur noch das Skelett übrig.

ans/ju

       

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