Brasilien

Brasilianischer Linkskandidat Haddad: "Mein Gegner schürt Gewalt"

  • In POLITIK
  • 14. Oktober 2018, 03:24 Uhr
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Linkskandidat Fernando Haddad Bild: AFP

Zwei Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat der Linkskandidat Fernando Haddad hat seinem rechtsgerichteten Rivalen Jair Bolsonaro vorgeworfen, Gewalt zu schüren. 'Mein Gegner schürt Gewalt, inklusive einer Vergewaltigungskultur', sagte Haddad der Nachrichtenagentur AFP.

Zwei Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat der Linkskandidat Fernando Haddad seinem rechtsgerichteten Rivalen Jair Bolsonaro vorgeworfen, Gewalt zu schüren. "Mein Gegner schürt Gewalt, inklusive einer Vergewaltigungskultur", sagte Haddad am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview. Er erinnerte daran, dass Bolsonaro einmal zu einer Politikerin gesagt hatte, sie habe es nicht "verdient", von ihm vergewaltigt zu werden, weil sie "hässlich" sei.

Bolsonaro habe schon immer zur Gewalt aufgerufen, sagte Haddad. Einer von Bolsonaros "Helden" sei "einer der größten Folterer" aus der Zeit der Militärdiktatur (1964-1985). Haddad kritisierte auch Bolsonaros Forderung, die Waffengesetze in Brasilien zu lockern. Die Bevölkerung zu bewaffnen, werde keine Probleme lösen, sagte Haddad. 

Bolsonaro hatte den ersten Wahlgang am Sonntag vergangener Woche klar gewonnen: Der auch als "Donald Trump Brasiliens" bezeichnete Rechtspopulist, der immer wieder mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen ist, kam auf rund 46 Prozent der Stimmen und landete damit weit vor Haddad von der Arbeiterpartei, der auf 29 Prozent kam. Am 28. Oktober treten die beiden nun in einer Stichwahl gegeneinander an.

Bolsonaro geht als klarer Favorit ins Rennen: In der ersten Umfrage vor der Stichwahl lag er mit 58 Prozent deutlich vor Haddad, der nur auf 42 Prozent kam. Haddad sagte, dass Bolsonaro trotzdem verlieren werde. "Wie kann ein Mensch, der Intoleranz predigt, Sicherheit versprechen?", fügte der Linkskandidat hinzu.

Der Ex-Offizier Bolsonaro hat für den Fall eines Wahlsiegs Privatisierungen sowie einen harten Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt. Zudem will er die Waffengesetze lockern. Mit abfälligen Bemerkungen über Frauen, Homosexuelle und Schwarze polarisiert er die brasilianische Gesellschaft. Im September wurde er bei einer Messerattacke während eines Wahlkampfauftritts verletzt.

Haddad war von der Arbeiterpartei als Ersatzkandidat für den wegen Korruptionsvorwürfen verurteilten und inhaftierten Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva ins Rennen geschickt worden. Lula hatte lange Zeit dafür gekämpft, doch noch kandidieren zu können. Haddad, der frühere Bürgermeister der Millionenmetropole São Paulo, hatte deswegen nur einen Monat Zeit für den Wahlkampf.

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